05.01.2012 · Die Deutsche Post darf nach einem Urteil die Werbung „Einkauf aktuell“ nicht mehr in den Briefkasten eines Menschen werfen, der dies nicht möchte. Das Urteil könnte Folgen für die gesamte Werbewirtschaft haben.
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Unverlangte Sendungen, die mit der Post kommen, gehen mit dem Vermerk
"ZURÜCK. Annahme verweigert". Darunter
mein-Kaiser-Wilhelm & Datum) in den gelben Postkasten. Absender wie
Post haben nun einiges zu tun. Sand im Getriebe. Ergebnis: Ich bekomme
seit Jahren keine solche ungewollte "Post" mehr.
Auch die Robinsonliste hilft.
@Klaus Mueller (Jeeves3)
Sand ins Getriebe bringen: genau richtig!
Danke für den Hinweis zur Robinson-Liste: das war mir nicht bekannt!
Zu meinen beiden Vorrednern: im diskutierten Fall wollte der Anwalt
explizit KEINEN Aufkleber anbringen. So wie ich es verstehe, ging es ihm
wohl um das Recht, selbst frei über seine nicht persönlich
adressierten Postwurfsendungen entscheiden zu können, nach dem
Motto: bitte den Aldi- und den Lidl-Prospekt reinwerfen, aber die
"Einkauf Aktuell" möchte ich nicht!
Mir ist der Werbemüll, der in deutschen Briefkästen abgeladen
wird, auch ein Dorn im Auge, aber das im Artikel geschilderte Verhalten
finde ich etwas kleinlich! Man sollte klagen, wenn TROTZ Aufkleber noch
Sachen reingeworfen werden, aber das verlangte Maß an
Differenzierung finde ich etwas übertrieben.
Bei mir am Briefkasten befindet sich ein Aufkleber "Bitte keine
Werbung einwerfen" - dies funktioniert ganz gut. Persönlich
adressierte Werbeprospekte, die ich nicht möchte, werfe ich in
einen öffentlichen Briefkasten mit einem Vermerk
"Empfänger unbekannt verzogen" - so verschwindet man
schnell von einschlägigen Listen.
Gelesen und verstanden?
Es war mir nicht bekannt - mein Hinweis auf "Keine
Wochenzeitungen"-Aufkleber war ein Hinweis darauf, wie man sich
schützen kann. Diese werden übrigens (wenn ich mich recht
erinnere) sogar vor Ort von Zeit zu Zeit mit den betreffenden Zeitungen
ausgegeben. Gute Kommunikation, finde ich! Aber manchen Leuten scheint
ja die Unversehrtheit des persönlichen Briefkastens (bzw. dessen
Oberfläche) wichtiger zu sein - dies ist jedenfalls der Eindruck,
den ich aus dem Artikel, aber auch aus Ihren Beiträgen gewinne.
Da Sie ja ganz offensichtlich gut Bescheid wissen: wie sieht es denn mit
der juristischen Wirksam- bzw. Verwertbarkeit von "Keine
Wochenzeitungen"-Aufklebern aus?
PDAs? Ach, ach, ach! Praktikabel für die große
"Werbebranche", nicht praktikabel für das kleine
Restaurant, dass seine Neueröffnung ankündigen will! Zustimmen
tue ich Ihnen allerdings durchaus, dass dem von Ihnen angesprochenen
Missbrauch durch das Delegieren an Kinder Einhalt geboten werden muss!
@ Tilo Schw
Sie schrieben: "Von Ba-Wü ist mir z.B. bekannt, dass es
Aufkleber gibt, um sich auch vor unerwünschten Wochenzeitungen zu
schützen (z.B. Wochenblatt und Stadtanzeiger)."
Die Tatsache, dass der von Ihnen zunächst anempfohlene Aufkleber
"Bitte keine Werbung einwerfen" gegenüber Wochenzeitungen
juristisch völlig wirkungslos ist, war Ihnen demnach bekannt?
Sie schrieben ferner: "Soll jeder einzelne Werbeprospekt-Zusteller
einen Katalog der von ihm/ihr bearbeiteten Häuser mit sich führen..."
Ach ach ach! Schon mal etwas von PDAs gehört? Es kann
natürlich sein, dass die Arbeit des Austragens von Werbung dadurch
etwas anspruchsvoller wird und nicht mehr auf 400-Euro-Basis
möglich ist. Das verhindert dann vielleicht auch, dass die
eigentlich beschäftigten Väter und Mütter den Job mal
eben auf ihre 12-jährigen Kinder delegieren. Die
Praktikabilität der Regelung aus Sicht der Werbebranche ist mir
übrigens vollkommen gleichgültig.
Praktikabel?
Ums nochmal klarzustellen: ich hasse Werbung, die mir den Briefkasten
verstopft, und ich habe Mittel und Wege gefunden, mich davor zu
schützen. Von Ba-Wü ist mir z.B. bekannt, dass es Aufkleber
gibt, um sich auch vor unerwünschten Wochenzeitungen zu
schützen (z.B. Wochenblatt und Stadtanzeiger).
Wie soll das hier diskutierte Urteil aber nun halbwegs praktikabel
umgesetzt werden? Soll jeder einzelne Werbeprospekt-Zusteller einen
Katalog der von ihm/ihr bearbeiteten Häuser mit sich führen
mit Einträgen wie z.B. "Nr.18, links unten, Schmidt,
möchte den Aldi-Propekt, sonst aber nichts, hat schon mit Klage
gedroht" oder "Nr.22, 1. Stock, Schulze, möchte ALLES bis
auf die "Einkauf Aktuell"". Das Urteil trägt m.E.
dazu gar nichts bei.
Vielleicht wird es am Ende darauf hinauslaufen, dass Werbung nur noch
personalisiert verschickt werden darf. Es scheint aber auf ein deutsches
Problem hinauszulaufen: Bürokratie und Beschäftigungsprogramm
für Anwälte und Richter!
@ Tilo Schw: Ihr Ratschlag ist eher schlecht!
Der Aufkleber "Bitte keine Werbung einwerfen" ist weitgehend
wirkungslos, weil die typische Verstopfung des Briefkastens zumeist eher
durch sog. Wochenzeitungen hervorgerufen wird, die einen schmalen
redaktionellen Teil besitzen, so dass sie---nach bisheriger
Rechtsprechung---nicht als "Werbung" eingestuft wurden,
obgleich sie überwiegend aus Werbung bestehen. Tatsächlich
ging die bisherige Rechtsprechung in die Richtung, dass der
Standardaufkleber "Keine Werbung" zur Abwehr von
Wochenzeitungen rechtlich nicht genügt. Vielmehr müsse auf dem
Aufkleber enumerativ (!) jede Subkategorie unerwünschter
Wurfsendungen erwähnt werden. Im Ernst!
Vom Einwerfen von Werbeprospekte in öffentliche Briefkästen
würde ich ebenfalls abraten.
Was das aktuelle Urteil betrifft: Ich halte es für völlig
richtig. Jeder hat selbst darüber zu entscheiden, was in seinen
Briefkasten geworfen werden soll und was nicht. Ein hässlicher
Aufkleber sollte dafür nicht erforderlich sein. Die schriftliche
Erklärung genügt.
...dieser Werbungs-Massenschrott, der einen Briefkasten schon nach 2-tägiger ABwesenheit trotz gegenteiligem AUfkleber verstopft, gehört bestraft. Das ABladen von Müll auf meinem Grundstück ist ja ebenfalls strafbar..aber wenn es Werbung genannt wird, ist es leider straffrei. Das gilt auch für kostenlose Wochen- und Anzeigenblätter...die nur von Werbung leben.
gibt es jetzt bald ein Ende dieser "Werbevermüllung", der wir uns inzwischen ausgesetzt sehen. Vor allem diese Perfidie, das Ganze auch noch in Plastikfolie einzuschweißen ist gewaltig. Damit kann man nicht mehr einfach alles in den Papiermüll werfen. Und in Mehrfamilienhäusern landet alles im Restmüll oder einfach unter den Briefkästen, weil kaum einer den Sch... anschauen mag.