17.12.2004 · Der Schwindel um falsch deklariertes Fleisch weitet sich aus. In einem inzwischen stillgelegten Betrieb einer Fettschmelze sind weitere Etiketten von Unternehmen aus den Kreisen Vechta und Emsland gefunden worden.
Der Schwindel mit Fleischetiketten weitet sich aus: In einem inzwischen stillgelegten Betrieb einer Fettschmelze im niedersächsischen Bakum seien weitere Etiketten von Unternehmen aus den Kreisen Vechta und Emsland gefunden worden, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg am Freitag.
Zuvor hatten die Ermittler bereits EG-Label für Fleisch aus zwei Schlachthöfen im Kreis Cloppenburg gefunden. Bei dem Schwindel geht es um Schweinefleisch für Heimtierfutter, das falsch deklariert und als Lebensmittel verkauft worden sein soll. Inzwischen sei sicher, daß aus Bakum mit diesen Labels gekennzeichnete Ware rausgegangen sei. Die EG-Label bescheinigen die Genußtauglichkeit von Fleisch für den internationalen Handel.
Verstoßes gegen Lebensmittelgesetze
Um Mißbrauch auszuschließen, dürfen die Etiketten nur von Veterinären ausgehändigt werden. In einem Label-Buch werden die fortlaufenden Nummern und der Betrieb registriert. Auf welche Weise die EG-Label nach Bakum kamen, sei noch unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Urkundenfälschung und Betrugs sowie wegen Verstoßes gegen Lebensmittelgesetze und die Fleischhygiene-Verordnung.
Am Mittwoch hatte die Polizei in dem Bakumer Betrieb mehrere Kübel Fleisch beschlagnahmt, das für den menschlichen Verzehr nicht geeignet ist. Es sei nicht auszuschließen, daß das Fleisch in die Wurstproduktion gelangt sei, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums in Hannover. Eine Gesundheitsgefahr für Verbraucher habe jedoch nicht bestanden, da die Grundstoffe erhitzt und abgekocht würden.