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Lawinenunglück in Österreich Wenig Hoffnung für Prinz Friso

 ·  Der niederländische Prinz Johan Friso hat bei seinem Skiunfall in Österreich massive Schäden am Gehirn erlitten. Möglicherweise wird er nicht mehr aus dem Koma erwachen.

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Der niederländische Prinz Johan Friso hat bei seinem Skiunfall im österreichischen Lech am Freitag vergangener Woche „massive Schäden im Gehirn“ erlitten und wird möglicherweise nicht mehr aus dem Koma erwachen. Das teilte Wolfgang Koller, der Leiter der traumatologischen Intensivstation der Innsbrucker Universitätsklinik, am Freitag mit. Der beim Skilaufen außerhalb der Pisten von einer Lawine verschüttete 43 Jahre alte Sohn von Königin Beatrix war unmittelbar nach dem Unglück in die Klinik gebracht worden. Seither habe das behandelnde Team unterbrochen um das Leben gekämpft und gehofft, dass die „milde Unterkühlung“ des Körpers noch für einen gewissen Schutz des Hirns gesorgt haben könnte. „Diese Hoffnung wurde leider nicht erfüllt“, sagte Koller.

Kurz nach seiner Erklärung trafen Königin Beatrix, Frisos Ehefrau Prinzessin Mabel sowie dessen Brüder, Kronprinz Willem-Alexander und Prinz Constantijn, in der Klinik ein - Arm in Arm, ohne jede Äußerung sowie, bis auf den jüngsten Sohn der Königin, die Augen hinter dunklen Sonnenbrillen verborgen. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte, der seinen Skiurlaub unterbrach, teilte mit, die königliche Familie sei gerührt durch die Ermutigung, die sie von allen Seiten erfahre. Er rief aber auch dazu auf, die Privatsphäre von Prinz Friso, Prinzessin Mabel und ihren beiden fünf und sechs Jahre alten Töchtern zu achten.

Wegen der bedrückenden ärztlichen Befunde und Prognosen rückte die nach wie vor unbeantwortete Frage zur genauen Unglücksursache in den Hintergrund. Der als erfahrener Skiläufer geltende Prinz hatte sich am Unglückstag ungeachtet der zweithöchsten Lawinen-Alarmstufe mit einem österreichischen Freund in den Tiefschnee gewagt. Da das Gehirn von Prinz Friso unter den Schneemassen nicht mit Sauerstoff versorgt worden sei, habe er einen rund 50Minuten andauernden Herzstillstand erlitten und wiederbelebt werden müssen, berichtete Koller. „50 Minuten Reanimation ist sehr lange. Man kann auch sagen: zu lange“, sagte der Leiter des medizinischen Teams. Eine Kernspintomographie (MRI-Untersuchung) sowie weitere neurologische Tests am Donnerstag hätten ergeben, dass der Sauerstoffmangel „massive Schäden“ im Hirn des Prinzen verursacht habe. „Es kann derzeit nicht gesagt werden, ob er jemals wieder das Bewusstsein erlangen wird“, sagte Koller. Es sei damit zu rechnen, dass die Rehabilitationsphase „Monate, wenn nicht Jahre“ dauern werde. Für den Prinzen, der mit seiner Familie zuletzt in London lebte und als Finanzmanager in einem britischen Unternehmen tätig war, soll jetzt, offenbar entweder in Großbritannien oder in den Niederlanden, eine geeignete Rehabilitationsklinik gesucht werden.

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Jahrgang 1955, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in Brüssel.

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