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Landgericht Berlin : Sieben Jahre Haft für Autobrandstifter

  • Aktualisiert am

Ein ausgebrannter Opel in Berlin-Lichtenberg Bild: dapd

Weil er im vergangenen Jahr mindestens 86 Autos in Brand steckte, ist ein 28 Jahre alter Mann in Berlin zu einer hohen Haftstrafe verurteilt worden. Er habe aus „übersteigerter Geltungssucht“ gehandelt, befand das Gericht.

          Wegen einer Serie von Brandanschlägen auf Autos ist ein 28 Jahre alte Mann in Berlin zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der damals arbeitslose André H. im vergangenen Jahr zwischen Juni und August aus „übersteigerter Geltungssucht“ eine Vielzahl vorwiegend hochwertiger Fahrzeuge in Berlin in Brand gesteckt oder durch übergreifende Feuer beschädigt.

          Zum Teil wurden auch Menschenleben gefährdet, da die Flammen drohten, auf benachbarte Wohnhäuser überzugreifen. Das Landgericht Berlin sprach den Angeklagten am Dienstag der Brandstiftung in 86 Fällen schuldig.

          Zum Prozessauftakt hatte der Anwalt des Angeklagten eine Erklärung verlesen, in der es hieß: „Ich bitte die Geschädigten sowie die Öffentlichkeit nachhaltig und ernsthaft um Vergebung.“ Ein Fall Ende Juli, in dem die Flammen auf den Dachstuhl eines Einfamilienhauses übergegriffen hatten, belaste ihn besonders stark. Bei dem Gedanken an mögliche Folgen leide er unter „heftigsten Gewissensbissen“.

          Schon in seinen Vernehmungen hatte der Mann zu Protokoll gegeben, er habe nie gewollt, dass Personen zu Schaden kommen. In der Erklärung heißt es weiter: „Ich weiß, dass ein Anzünden eines Fahrzeuges der gehobenen Klasse nicht das Auseinanderklaffen der sozialen Schere verhindert.“ Er wisse ebenfalls, dass die Eigentümer der Fahrzeuge hart für ihr Vermögen arbeiten müssten und nicht für seine eigene schwierige soziale Lage verantwortlich seien.

          Nach Aussage des Angeklagten stammte die Idee zu den Brandstiftungen allein von ihm selbst. Niemand sonst habe von seinen nächtlichen Streifzügen gewusst. Einer Fernseh-Reportage habe er die Methode entnommen, nämlich einen Grillanzünder auf dem Autoreifen abzulegen und mit dem Feuerzeug zum Brennen zu bringen. Er sei frustriert gewesen und habe aus einer allgemeinen Lebenskrise heraus gehandelt. Nach seiner Festnahme hatte André H. die Brandanschläge nicht nur gestanden, sondern freiwillig weitere Taten eingeräumt.

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