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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Kunstaktion Ein letztes Mal in Pfennigen schwimmen

 ·  Wer noch einmal in DM-Nostalgie schwimmen will, hatte am Donnerstag in Berlin Gelegenheit dazu. Ein Tresor mit 4,8 Tonnen Münzen wurde dort geöffnet.

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In Berlin wurde am Donnerstag ein Sammeltresor geleert, in dem über zehn Millionen Pfennige gelagert wurden. Die Künstlerin Susanne Bosch hatte 1998 das Kunstprojekt „Restpfennigaktion“ gestartet. Ganz klein mit Büchsen und Pappschachteln unter Freunden und Bekannten ging es los. Mit der Zeit wurden daraus drei große Restgeldcontainer in Berlin, München und Nürnberg.

Ein Helfer der Künstlerin sagte dazu: „Wer hätte gedacht, dass ich noch mal so viele Pfennige berühren kann, ich habe eigentlich schon vor Monaten von diesen Münzen Abschied genommen“. Vor der geöffneten Tür der Box am Alexanderplatz sitzen zehn Helfer und zählen, verpacken, verladen die rund 4,8 Tonnen Münzen auf einen großen Lastwagen. Einige Passanten gehen vorüber, bleiben stehen, wundern sich und berühren das Geld noch einmal. Ein alter Mann hat noch schnell eine Handvoll Pfennige dazugeworfen.

Jury entscheidet über die Verwendung des Geldes

Die Idee zur Geldsammelaktion stammt aus einer Kindergeschichte, in der ein kleines Mädchen Reste sammelt. „Ich habe mir daraufhin überlegt, was in unserer Gesellschaft mit brach liegenden Resten in Form von Wünschen, Ideen oder auch Pfennigen geschieht“, sagt Bosch. Sie bat bundesweit Bürger um Münzen und Ideen für deren Verwendung. Rund 1600 Vorschläge wurden eingereicht, darunter viele für karitative Projekte.

Eine zwölfköpfige Jury entschied, dass die insgesamt rund zehn Millionen Münzen aus den drei Containern mit einem geschätzten Gesamtgewicht von 13 Tonnen und einem Geldwert von etwa 50 000 Euro in drei Vorhaben fließen sollen. Öffentliche Zugänglichkeit, Sichtbarkeit und langfristige Wirksamkeit waren die zentralen Auswahlkriterien. „Die Menschen sollen von dem, was sie geben, in veränderter Form auch wieder etwas zurückbekommen“, erläuterte die Künstlerin.

Die Jury beschloss, etwa zehn Eimer des Münzgeldes für die Nachwelt zu erhalten. Rund 5000 Euro sollen in einem Ideenwettbewerb ausgelobt werden. Der Rest wird für künstlerisch gestaltete Sitzgelegenheiten in Berlin sowie in München und Nürnberg verwendet.

In den beiden bayerischen Städten bleiben die Container noch zwei, beziehungsweise drei Wochen stehen und hoffen auf Fütterung. Doch dann werden auch diese gigantischen Sparschweine geschlachtet. Eine Erfahrung haben die Berliner Geldzähler den anderen schon voraus, wie Jury-Mitglied und Kunsthistorikerin Kolja Kohlhoff bemerkt: „Dass so viel Geld nicht nur begeistert, sondern auch dreckig ist und stinkt.“

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