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Kult-Käfer Der Beetle der Beatles in Wolfsburg

07.08.2009 ·  Auf dem Cover des legendären Beatles-Album „Abbey Road“ ist im Hintergrund ein VW-Käfer zu sehen. Mythen ranken sich um den Wagen: Saß John Lennon gar hinter dem Steuer und deutet das Nummernschild auf Paul McCartneys Tod hin?

Von Friederike Haupt
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Wenn Eckberth von Witzleben das Beatles-Album „Abbey Road“ in die Hand nimmt, sieht er als Erstes: ein Auto, VW-Käfer, Typ 1, Baujahr 1967, pastellweiß. Als am 8. August 1969 John, Paul, George und Ringo über den Zebrastreifen der Londoner Abbey Road marschierten, parkte der Wagen unscheinbar im Hintergrund – und gelangte so auf das Cover. Wie es mit den Beatles weiterging, weiß jeder. Doch was wurde aus dem Beetle? Hier nun steigt Eckberth von Witzleben in die Geschichte ein.

Der Historiker des Automuseums Wolfsburg ersteigerte nämlich vor zehn Jahren das Auto für seinen Arbeitgeber. Im überfüllten Saal des Kunstauktionshauses Schloss Ahlden bot er mit schweißnassen Händen auf den Käfer. Zuletzt hatte das Auto einem amerikanischen Beatlesfan gehört, der es dem ersten Eigentümer, einem Anwohner der Abbey Road, in den Siebzigern abgekauft hatte. 50.000 Mark hatte von Witzleben in bar dabei, für 34.160 erhielt er den Zuschlag. 1967 hatte der Käfer nur rund 4000 Mark gekostet. Der Rechtslenker war nicht schlecht erhalten: „Guter Gebrauchtzustand“, sagt von Witzleben. „Mit ein paar Handgriffen könnte man den auch heute noch fahrtüchtig machen.“

Original-Nummernschild geklaut

Aber es ist ja kein Auto, sondern Mythos. Der Auktionator, berichtet von Witzleben, habe 1999 erwähnt, dass möglicherweise John Lennon auch einmal am Steuer gesessen habe. Das Aufnahmestudio, in dem das Album produziert wurde, lag gegenüber dem Zebrastreifen, und Lennon könnte ins Gespräch mit dem Besitzer gekommen sein. „Das bezweifle ich aber“, sagt von Witzleben. „Es gibt keine Beweise.“ Höchst suspekt ist ihm auch die These, die von Anhängern der „Paul is dead“-Verschwörungstheorie schon in den Sechzigern entwickelt wurde. Demnach soll Paul McCartney schon 1966 gestorben und durch einen Doppelgänger ersetzt worden sein. Das „Abbey Road“-Cover interpretieren sie dementsprechend: Dass McCartney die Zigarette in der rechten Hand hält, obwohl er Linkshänder war, gilt als Indiz. Und im Nummernschild („LMW 28IF“) des Käfers lesen die Verschwörer eine düstere Botschaft: „LMW“ stehe für „Linda McCartney Widow“ oder „Linda McCartney Weeps“; „28IF“ wurde als Hinweis darauf gedeutet, dass Paul in jenem Jahr 28 Jahre alt geworden wäre, wenn („if“) er nicht gestorben wäre.

Ein Original-Nummernschild des Käfers wurde dann auch von Fans geklaut, als er schon in Wolfsburg stand, sagt von Witzleben. Damals, als sich in der Wolfsburger Ausstellungshalle jahrelang VW- wie Beatlesfans um ihn scharten und über die Legenden diskutierten, war das noch möglich. Heute ginge das gar nicht mehr. Das Auto ist zur Zeit in einer Nebenhalle geparkt und für Besucher nicht zu sehen.

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