20.06.2006 · Fidel Castro raucht schon lange nicht mehr, die Kubaner folgen ihm in diesem Punkt nicht unbedingt. Trotz aller Verbote zum Schutz der Jugend bleibt es dabei: Tabak gehört zum kubanischen Lebensgefühl.
Auch hierbei war der „maximo lider“ aller Kubaner der große Führer, aber so recht wollen alle Kubaner ihm auch hierbei nicht folgen. Fidel Castro jedenfalls hat das Rauchen - er bevorzugte einst Zigarren - vor zwei Jahrzehnten aufgegeben, der Gesundheit halber.
Um die fast schon legendäre Volksgesundheit der 11,4 Millionen Kubaner - die Säuglingssterblichkeit in dem Karibik-Staat ist niedriger als in den Vereinigten Staaten, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei mehr als 77 Jahren - noch weiter zu verbessern, wurde im Februar 2005 ein allgemeines Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, Restaurants und Bars verhängt. Nur noch in ausgewiesenen Räumen darf geraucht werden, in der Nähe von Schulen ist der Verkauf von Zigaretten verboten, an Jugendliche unter 16 Jahren dürfen keine Tabakerzeugnisse verkauft werden.
Machos rauchen ab 12
Doch wenn nicht alles täuscht, hat das Verbot nur einen kosmetischen Effekt auf die Rauchgewohnheiten der Kubaner gehabt. Schließlich gehört der Tabak zum melancholisch-überschwenglichen Lebensgefühl der Kubaner wie die Musik, der Tanz, die Freundlichkeit und der Rum. Und wer ein guter Macho werden will, muß sich weiterhin mit etwa zwölf Jahren das Rauchen angewöhnen.
Immerhin mehr als 200 Millionen Dollar erlöst die kubanische Wirtschaft jedes Jahr durch den Export von Tabakprodukten, vor allem von Zigarren. Wenn schon ein rauchfreies Kuba schwer vorzustellen ist, ein Kuba ohne Tabak wird es wohl nie geben. Schließlich soll es der Überlieferung zufolge auf Kuba gewesen sein, wo Christopher Kolumbus und seine Leute im Jahre 1492 erstmals Eingeborene beim Rauchen von zusammengerollten Tabakblättern beobachteten. Die Seefahrer aus Europa übernahmen die Gewohnheit rasch und beglückten bald die Alte Welt damit.