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Ägypten : Zwei Deutsche bei Messerattacke getötet

  • Aktualisiert am

Eine verletzte Touristin wird vom Anschlagsort in Krankenhaus gebracht Bild: Reuters

In Hurghada am Roten Meer hat ein Angreifer mit einem Messer zwei Deutsche getötet. Die beiden Frauen lebten dauerhaft in dem Badeort. Außenminister Gabriel sprach den Familien sein Beileid aus.

          Das Auswärtige Amt in Berlin hat den Tod von zwei deutschen Urlauberinnen bei einer Messerattacke im ägyptischen Badeort Hurghada bestätigt. Nach allem, was bislang bekannt sei, sollte die Tat gezielt ausländische Touristen treffen.

          Bei der Messerattacke in dem bei deutschen Touristen beliebten Urlaubsort waren auch vier Menschen verletzt worden. Der Angreifer war offenbar über das Meer zum Strand geschwommen und hatte dort die Touristen attackiert. Der Mann wurde nach der Tat  festgenommen.

          Ägypten : Angreifer tötet zwei deutsche Frauen in Hurghada

          Bei dem Angreifer soll es sich einem Medienbericht zufolge um einen 27 Jahre alten Studenten handeln. Er habe bisher keine Vorstrafen gehabt, meldete die ägyptische Zeitung „Al-Masry al-Youm“ am Samstag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach stammt der Mann aus dem Nil-Delta im Norden Ägyptens. In seinem Heimatort habe er einen gute Ruf, zitiert das Blatt einen Verantwortlichen aus dem Sicherheitsapparat.

          Die beiden getöteten Deutschen lebten einem Bekannten der zwei Frauen zufolge dauerhaft in dem Badeort. Er kenne die beiden Opfer persönlich, sagte der ehemalige deutsche Honorarkonsul Hurghadas, Peter-Jürgen Ely, der Nachrichtenagentur dpa.

          Außenminister drückt Familien Beileid aus

          Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) sprach den Familien der beiden Frauen sein Beileid aus. „Ich bin sehr bestürzt über dieses feige Verbrechen“, zitierte das Auswärtige Amt am Samstag den Minister im Kurznachrichtendienst Twitter. Zuvor hatte sich bereits Regierungssprecher Steffen Seibert bestürzt über den Tod der beiden Frauen geäußert.

          Die ägyptische Nachrichtenseite „Al-Masry Al-Youm“ zitierte den Manager des Hotels „El Palacio“. Demnach soll der Angreifer zunächst an einem benachbarten Hotelstrand Urlauber attackiert haben, bevor er zum Strand seiner Anlage weitergeschwommen sei. Dort sei er von Sicherheitsleuten und Gästen überwältigt worden.

          Fotos zeigen, wie der überwältigte Angreifer auf einem Karren liegend durch den Garten einer Hotelanlage gezogen wurde. Auf einem anderen Foto, das ägyptische Medien verbreiteten, liegt eine blutverschmierte Touristin mit Bikini und Sonnenbrille auf einem Sofa in einer Hotellobby.

          Das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte den Angriff. „Diese feige und niederträchtige Tat, die sich gezielt gegen Urlauber gerichtet zu haben scheint, die einfach nur eine unbeschwerte und erholsame Zeit am Meer verbringen wollten, verurteilen wir auf das Schärfste“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. „Wir trauern mit den Familien der Opfer und hoffen, dass alle, die bei dem Angriff verletzt worden sind, rasch und vollständig wieder gesund werden.“

          Widersprüchliche Angaben

          Über die Herkunft der Opfer hatte erst einmal Verwirrung geherrscht. Zunächst berichtete „Al-Masry Al-Youm“, dass die beiden Getöteten aus der Ukraine stammten, später hieß es mit Verweis auf lokale Quellen, die Opfer seien Deutsche. Auch über die Identitäten der verletzten Urlauber gab es unterschiedliche Angaben.

          Die Agentur Interfax berichtete, dass eine russische Frau verletzt worden sei und berief sich dabei auf das russische Konsulat. Das tschechische Außenministerium bestätigte, dass eine 36 Jahre alte tschechische Touristin bei der Messerattacke am Bein verletzt worden sei. Sie schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

          Der überwältigte Angreifer wird in einem Karren abtransportiert.
          Der überwältigte Angreifer wird in einem Karren abtransportiert. : Bild: Reuters

          Hurghada ist neben Scharm el Scheich das größte ägyptische Touristenzentrum am Roten Meer. Seit den 1980er Jahren sind mehr als 250 Hotelanlagen in dem früheren Fischerdorf entstanden. Die Ferienregion ist auch bei deutschen Urlaubern beliebt. Bekannt ist der Badeort vor allem für seine durchgängig warmen Temperaturen und die faszinierende Unterwasserwelt. Hurghada gilt daher als wichtigstes Ziel für Tauchurlauber am Roten Meer überhaupt. Auch Windsurfen, Segeln und Hochseeangeln werden angeboten.

          Immer wieder Anschläge

          Der Tourismus in Ägypten kämpft seit den Umbrüchen und dem Sturz von Langzeitmachthaber Husni Mubarak im Jahr 2011 mit Problemen. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Anschlägen, die sich nicht nur gegen Sicherheitskräfte, sondern auch gegen Touristen richteten.

          Vor zwei Jahren stürzte eine russische Passagiermaschine kurz nach dem Start aus dem Ferienort Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel ab. Bei dem Unglück starben alle 224 Menschen an Bord. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) behauptete später, das Flugzeug mit einer Bombe in einer Getränkedose zum Absturz gebracht zu haben.

          Kurz vor der Attacke auf die Urlauber in Hurghada hatte es in der Nähe der Hauptstadt Kairo noch einen weiteren Zwischenfall gegeben. Maskierte griffen mit Maschinengewehren einen Kontrollpunkt der Polizei an und töteten dabei fünf Polizisten, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Der Angriff ereignete sich in der Provinz Gizeh in Al Badraschein rund 40 Kilometer südlich von Kairo.

          Quelle: bard./dpa

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