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Nach Zwangsräumung : Früherer „Mister Germany“ schießt auf Polizisten

  • Aktualisiert am

Ein Polizeieinsatz zur Zwangsräumung eines Hauses in Reuden in Sachsen-Anhalt endete am Donnerstag in einer Schießerei. Bild: dpa

Bei einer Zwangsräumung in Reuden ist es zu einer Schießerei mit der Polizei gekommen. Der Bewohner gehörte nicht nur der Bewegung der Reichsbürger an.

          In Sachsen-Anhalt ist es bei einer Zwangsräumung bei einem „Reichsbürger“ zu einer Schießerei mit drei Verletzten gekommen. Der 41 Jahre alte Bewohner des Geländes in Reuden bei Zeitz wurde bei dem Schusswechsel am Donnerstag schwer verletzt, wie eine Polizeisprecherin in Halle sagte. Der Mann kam mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus. Zwei Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) seien leicht verletzt worden.

          Der Verletzte sei Anhänger der „Reichsbürger“, einer Gruppierung, die die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat anerkennt. Sie behauptet statt dessen, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Häufig legen sie dabei die Grenzen von 1937 zugrunde.

          „Mister Germany“ von 1998

          Nach einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung handelt es sich bei dem Involvierten um einen „Mister Germany“ aus dem Jahre 1998, der den Mini-Staat „Ur“ gegründet habe.

          Sowohl der 41 Jahre alte Mann als auch Polizisten hätten nach ersten Erkenntnissen geschossen. Von wem der Schusswechsel ausging, war nach den Angaben zunächst unklar. Experten des Landeskriminalamts begannen am Mittag damit, das Geschehen zu rekonstruieren. Am Morgen war die Polizei mit einem Großaufgebot und dem SEK nach Reuden gekommen, um die Zwangsräumung durch einen Gerichtsvollzieher zu unterstützen. Ein erster Versuch sei am Vortag gescheitert, sagte die Polizeisprecherin weiter. Es sei um eine nicht beglichene Grundschuld gegangen.

          Am Donnerstag seien neben dem verletzten Bewohner rund 15 weitere Menschen auf dem Gelände gewesen. Sie hätten die angemeldeten Behördenvertreter mit Pflastersteinen und weiteren Gegenständen beworfen, wie die Polizei weiter mitteilte. Dann seien Schüsse gefallen.

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