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Jeder Siebte betroffen : Zahl der Missbrauchsopfer nimmt zu

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Eine Puppe liegt am im April 2014 in Berlin am Straßenrand. Eine neue Studie verzeichnet eine Zunahme sexuellen Missbrauchs. Bild: dpa

Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nimmt laut einer neuen Studie zu. Lange Zeit waren Forscher vom Gegenteil ausgegangen.

          Etwa jeder Siebte in Deutschland hat in seiner Kindheit oder Jugend sexuellen Missbrauch erlebt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf eine Studie des Universitätsklinikums Ulm, die in der kommenden Woche vorgestellt werden soll. Laut „Spiegel“ gaben in einer repräsentativen Umfrage unter Einwohnern ab 14 Jahren 13,9 Prozent an, als Minderjährige missbraucht worden zu sein. 2010 habe eine Studie mit derselben Methodik noch einen Wert von 12,6 Prozent ergeben.

          Zugenommen habe insbesondere die Zahl der Menschen, die nach eigenen Angaben schwer missbraucht wurden, von 6,2 auf 7,6 Prozent, hieß es. „Von Entwarnung konnte und kann keine Rede sein“, sagte Professor Jörg Fegert, der die Studie verantwortet, dem Magazin. Man müsse „leider von einem zunehmenden Trend sprechen“.

          Sexuelle Gewalt wirkt sich lange auf die Gesundheit aus

          Lange Zeit waren Forscher vom Gegenteil ausgegangen: Der Kriminologe Christian Pfeiffer hatte vor sechs Jahren verkündet, die Zahl der Betroffenen sei „entgegen aller Erwartungen“ gesunken. Experten hatten seine Methode schon länger kritisiert. Die Studie aus Ulm widerspricht ihr jetzt auch auf Grundlage eines großen Datensatzes.

          Die Studie zeigt außerdem, wie sich sexuelle Gewalt auch körperlich auswirken kann. Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend schweren Missbrauch erlebten, leiden dem Bericht zufolge doppelt so oft an starkem Übergewicht, haben fast dreimal so häufig Diabetes und doppelt so oft Bluthochdruck. Auch werde bei ihnen sechsmal häufiger Krebs und viermal häufiger ein Herzinfarkt diagnostiziert. Missbrauchsopfer verletzten sich außerdem weitaus öfter selbst und unternehmen häufiger Suizidversuche.

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