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Mutter auf der Flucht : HIV-infiziertes Kind zum Wunderheiler geschickt

Der Vater versuchte sich mit dem Argument zu verteidigen, er habe Zweifel an der Diagnose der Ärzte gehabt. Bild: dpa

Schwere Schäden soll ein HIV-infiziertes Kind erlitten haben, weil die Eltern die medizinische Behandlung abbrachen. Statt einem Arzt vertrauten sie einem Wunderheiler, der das Kind mit Zitronensaft „behandelte“.

          In Düsseldorf hat am Dienstag der Prozess gegen einen Mann und eine Frau begonnen, denen vorgeworfen wird, die medizinische Behandlung ihres HIV-infizierten Kindes abgebrochen zu haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft, die den Eltern Misshandlung von Schutzbefohlenen durch „böswillige Vernachlässigung“ vorwirft, ist das Kind durch die verspätete begonnene Therapie und deren Abbruch an Aids erkrankt und erlitt schwere geistige und körperliche Schäden.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Am ersten Prozesstag sagte im Amtsgericht ein Kinderarzt der Düsseldorfer Universitätsklinik als Zeuge aus, dass das Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 99 Prozent ohne Ansteckung zur Welt gekommen wäre, wenn die Eltern die Ärzte vorab über die HIV-Infektion der Mutter in Kenntnis gesetzt hätten.

          Laut Anklage lehnten die Eltern nach der Geburt einen HIV-Test bei ihrem Kind ausdrücklich ab, später sollen sie sich einem vorgeblichen Wunderheiler anvertraut haben, der das Kind mit Zitronensaft und Zuckerlösung „behandelt“ haben soll. Der 50 Jahre alte Vater versuchte sich am Dienstag mit dem Argument zu verteidigen, er habe Zweifel an der Diagnose der Ärzte und der Behandlung gehabt. Die 37 Jahre alte Mutter war nicht im Gericht erschienen und wird nun mit Haftbefehl gesucht.

           

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