Home
http://www.faz.net/-gus-6y2bh
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Würzburg Winzer gesteht Brudermord

Ein fränkischer Winzer hat nach mehreren Prozesstagen gestanden, seinen Bruder erschlagen zu haben. Die Leiche versenkte er anschließend in einem Weintank.

© dpa Vergrößern Den Weintank mit der Leiche seines Bruders soll der Winzer mit Weißwein und Chemikalien gefüllt haben – damit er „konserviert“ bleibt.

Überraschende Wende im Mordprozess gegen einen Winzer: Nachdem der 54 Jahre alte Angeklagte vor Gericht bislang beharrlich schwieg, hat er jetzt vor dem Landgericht Würzburg die Tötung seines Bruders gestanden. Er habe ihn erschlagen und die Leiche in einen Weintank gelegt, erklärte der Mann aus dem fränkischen Dettelbach in dem von seinem Anwalt verlesenen Geständnis. Sein Bruder habe ihn an dem Tag verhöhnt und ausgelacht, da sei ihm „der Kragen geplatzt“.

Der alleinerziehende Vater will noch seinen Sohn zu Bett gebracht und sich anschließend betrunken haben – dann habe er den Bruder umgebracht. Seine Gefühle hätten ihn überwältigt. Es habe sich viel Wut aufgestaut, die sich an diesem Abend entladen habe.

Die Brüder sollen schon seit mehr als 30 Jahren Probleme miteinander gehabt haben. Dabei sei es unter anderem darum gegangen, dass das 58 Jahre alte Opfer dem Angeklagten seine Frauen ausgespannt habe. Mehrere Zeugen bestätigten das vor Gericht. Ein weiterer Grund für den tödlichen Gewaltausbruch im Januar 2011 soll Existenzangst gewesen sein: Der ältere Bruder habe ihm angedroht, dass er den Hof verlieren werde, erklärte der Angeklagte.

Der 54-Jährige hatte zu Prozessbeginn im Januar zu Protokoll gegeben, dass er sich vor Gericht über seine Angaben gegenüber einem psychiatrischen Gutachter hinaus nicht weiter äußern werde. Im Verlauf des Prozesses hatten jedoch Mitgefangene als Zeugen ausgesagt, dass der Winzer in der Zelle von der Tötung des Bruders erzählt habe. Der Angeklagte soll dabei keine Reue, sondern Genugtuung gezeigt haben. Den Weintank mit der Leiche soll der Winzer mit Weißwein und Chemikalien gefüllt haben – damit er „konserviert“ bleibt.

Der ältere Bruder war Ende Januar 2011 zunächst als vermisst gemeldet worden. Wenig später fand die Polizei im Wohnhaus des Mannes Spuren, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuteten, und kurz darauf auch die Leiche in einem Weintank auf dem Hof des Angeklagten.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
NSU-Prozess Ein gutes Verhältnis zu Pistolen und Messern

Der Bruder von Uwe Böhnhardt sagt, dieser habe auf ihn keinen bösen Eindruck gemacht. Auch über Politik habe er mit ihm nicht gesprochen. Mehr

09.07.2014, 16:32 Uhr | Politik
Tennis-Talent Alexander Zverev Warten auf den großen Durchbruch

Der 17-Jährige Alexander Zverev erobert die Tenniswelt: In Hamburg lösen sich die Fragezeichen, die hinter seinem Wechsel in den Profizirkus gestanden haben, in Luft auf. An diesem Samstag steht er erstmals im Halbfinale. Mehr

19.07.2014, 09:58 Uhr | Sport
NSU-Prozess Bricht Zschäpe jetzt ihr Schweigen?

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat ihren drei Verteidigern überraschend das Vertrauen entzogen. Nun wird darüber spekuliert, ob sie doch aussagen will. Mehr

16.07.2014, 15:36 Uhr | Politik