27.04.2006 · Ein Überfall dreier Männer auf einen Afrikaner in Wismar erinnert an die Gewalttat gegen einen Deutsch-Äthiopier in Potsdam. Ob es fremdenfeindliche Motive für die neuerliche Tat gibt, gilt allerdings als fraglich.
Eineinhalb Wochen nach dem folgenschweren Übergriff auf einen Deutsch-Äthiopier in Potsdam ist abermals ein Afrikaner bei einer Gewalttat verletzt worden. Ob die Tat einen rechtsextremistischen Hintergrund hat, ist bisher nicht klar.
Der aus Togo stammende Mann sei in der Nacht zum Mittwoch in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern angegriffen worden. Er habe dabei Schädel-Hirn-Verletzungen erlitten, sagte der Schweriner Oberstaatsanwalt Hans-Christian Pick. Drei Tatverdächtige im Alter ziwschen 19 und 24 Jahren wurden gefaßt.
Täter schweigen zum Tatmotiv
Gegen die beiden Älteren hat das Amtsgericht Wismar schon Haftbefehle erlassen, der Jüngere soll an diesem Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Festgenommenen haben nicht bestritten, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Allerdings schweigen sie sich in den Vernehmungen bisher über ihr Motiv aus.
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Gottfried Timm betonte am Donnerstag, daß Fremdenfeindlichkeit als Tatmotiv bisher nicht erwiesen sei. Er warnte in Schwerin vor voreiligen Schlüssen. Sowohl das Opfer, als auch die drei Tatverdächtigen seien sturzbetrunken gewesen. Möglicherweise habe der folgenschwere Streit auch persönliche Ursachen gehabt. Die Polizei ermittle jedenfalls in alle Richtungen.
Das 39 Jahre alte Opfer befindet sich den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge weiterhin in stationärer medizinischer Behandlung. Er schwebt angeblich, trotz seiner erheblichen Verletzungen, nicht in Lebensgefahr.