11.07.2005 · Aus bisher unbekannten Motiven hat ein Häftling im Gefängnis von Weiterstadt seinen Zellengenossen erdrosselt und sich danach selbst das Leben genommen. Die Ermittler haben bisher keine Anhaltspunkte, warum es zu der Tat kam.
In der Justizvollzugsanstalt in Weiterstadt bei Darmstadt hat ein Häftling einen Zellenmitbewohner stranguliert und sich anschließend selbst getötet. Ein Wärter fand die beiden Männer bereits am Sonntag morgen tot in der Zelle, wie erst an diesem Montag mitgeteilt wurde.
Die Hintergründe der Tat sind bislang völlig unklar. „Es gibt keinen Abschiedsbrief, und es gab auch keine Andeutungen im Vorfeld“, sagte der Sprecher der Darmstädter Staatsanwaltschaft, Klaus Reinhardt, am Montag.
Erst seit einer Woche Zellengenossen
Die beiden Männer saßen bereits seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft, teilten jedoch erst seit etwa einer Woche eine Zelle. Der Ältere, ein 43jähriger aus dem Odenwald, war wegen Brandstiftung bereits zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt, das Urteil war jedoch noch nicht rechtskräftig. Der von ihm erdrosselte Mithäftling, ein 36jähriger aus Wiesbaden, wartete noch auf seinen Prozeß. Gegen ihn war in Frankfurt ein Verfahren wegen Betruges anhängig.
Nach den bisherigen Erkenntnissen tötete der 43jährige seinen Zellengenossen am Samstag abend oder in der Nacht zum Sonntag. Danach schnitt er sich die Pulsadern auf. Die Leichen werden an diesem Montag obduziert.