06.06.2007 · Bei der Generalaudienz des Papstes hat sich ein Zwischenfall ereignet. Ein Mann überwand die Absperrungen auf dem Petersplatz, um auf das Papamobil loszustürmen. Sicherheitskräfte konnten den 27 Jahre alten Deutsche abdrängen und festnehmen.
Ein möglicherweise geistesverwirrter Deutscher hat auf dem Petersplatz in Rom versucht, auf das Auto von Papst Benedikt XVI. zu springen. Dem 27-Jährigen gelang es nach Angaben des Vatikans zu Beginn der Generalaudienz am Mittwoch, ein Absperrgitter zu überwinden, als der Papst im offenen Jeep durch die Menge fuhr.
Sicherheitskräfte hätten den Mann abgedrängt, zu Boden geworfen und vorläufig festgenommen. Er „hatte aber keine Attentatsabsicht“, sondern habe lediglich auf sich aufmerksam machen wollen, sagte Papstsprecher Federico Lombardi.
Rotes T-Shirt und Baseballkappe
Wie der Vatikan weiter mitteilte, habe der junge Mann, der eine rotes T-Shirt und eine Baseballkappe trug, einen deutlich geistig verwirrten Eindruck gemacht. Nach einer medizinischen Untersuchung habe der zuständige Richter des Kirchenstaates eine Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Anstalt angeordnet.
Millionen Italiener konnten den Zwischenfall im Fernsehen verfolgen. Der aus Deutschland stammende Papst, der von seinem Auto die Menge auf dem Petersplatz grüßte, hatte sich während des Zwischenfalls nicht einmal umgedreht. Allerdings weckt die Episode bei vielen Gläubigen Erinnerungen an den 13. Mai 1981: Damals wurde Papst Johannes Paul II. von einem türkischen Attentäter auf dem Petersplatz durch mehrere Schüsse niedergestreckt und schwer verletzt. Der Schützer Ali Agca sitzt heute noch in einem türkischen Gefängnis ein.