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Veröffentlicht: 19.10.2016, 14:26 Uhr

Aus Spielecke der Bibliothek Vierzehnjähriger nach Bauklötzchen-Diebstahl angeklagt

Bauklötzchen zu klauen ist kein Kavaliersdelikt. Das musste ein 14 Jahre alter Junge in Rheinland-Pfalz vor Gericht lernen. Das eigentliche Vergehen beging er allerdings erst nach dem Diebstahl.

© AP Verhängnisvolles Diebesgut: Weil ein Junge Bauklötze klaute, wurde er verklagt.

Ein Vater ist mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen das Verfahren seines Sohnes gescheitert. Der 14 Jahre alte Sohn war im Sommer wegen des Diebstahls von Bauklötzchen aus der Kreisbibliothek Daun angeklagt worden, bei dem ein Schaden von etwa 20 Euro entstanden war. Das geht aus einem Bericht des „Trierischen Volksfreunds“ hervor.

Der Vater des Jungen äußerte demnach Kritik am Vorgehen der Justiz und verteidigte seine Beschwerde: „Das ist lächerlich. Die Staatsanwaltschaft hat offenbar Langeweile“. Es handele sich hierbei um eine unverhältnismäßige Aktion, die Steuergeld verschwende. Der leitende Trierer Oberstaatsanwalt, Peter Fritzen, verteidigte das Vorgehen: Nicht nur der Diebstahl, sondern vor allem eine Drohung gegen einen Zeugen sei besonders ins Gewicht gefallen und habe eine erzieherische Maßnahme nötig gemacht.

„Du bist tot“

Denn die kriminelle Energie des jungen Täters sei mit den Diebstählen damals nicht erschöpft gewesen: Nachdem der Täter erfahren haben soll, dass er verpfiffen worden sei, habe er einen etwa gleichaltrigen Zeugen mit den Worten bedroht: „Du bist tot.“

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Dass dies „eine erzieherische Maßnahme zur Einwirkung auf Ihren Sohn erforderlich machte, versteht sich von selbst, zumal durch die Drohung sowohl der Geschädigte als auch dessen Mutter erheblich in Sorge gerieten", schrieb Fritzen laut dem Zeitungsbericht an den Vater. Der sah das nicht sein. Man müsse sich nur mal auf den Schulhof stellen und hören, wie es dort zugehe. „Wenn sie jedes Mal zur Polizei rennen, weil irgendwer irgendwas gesagt hat, dann werden sie nicht mehr fertig", sagte der Erziehungsberechtigte.

Das Verfahren ist mittlerweile eingestellt worden, nachdem der Junge 25 Sozialstunden abgeleistet hat. Der Vater sagte, die Staatsanwaltschaft sei blauäugig, wenn sie meine, damit Eindruck schinden zu können. Er habe mit seinem Sohn schon so manches ernstes Wörtchen geredet. Geholfen hat es offenbar noch nicht.

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