20.08.2009 · Der mutmaßliche Bombenleger aus Viernheim hat sich der Polizei gestellt. In seiner Wohnung hat er erhebliche Mengen Sprengstoff und Waffen gelagert. Gegen 10 Uhr wurde er von Beamten des Sondereinsatzkommandos abgeführt.
Der am Donnerstag gefasste Bombenleger hat laut Polizei in seiner Wohnung im südhessischen Viernheim erhebliche Mengen Sprengstoff und Waffen gelagert. Der 44-jährige Gas- und Wasserinstallateur, der am Mittwochmorgen Sprengstoffanschläge auf zwei Wohnhäuser im baden-württembergischen Weinheim und in Viernheim beging, brachte 400 bis 500 Gramm hochwirksamen Sprengstoff zum Einsatz, wie die Polizei mittteilte.
Der Mann hatte am Donnerstagmorgen nach mehr als 24 Stunden Belagerung durch die Polizei aufgegeben. Um 10 Uhr war er mit erhobenen Händen aus dem viergeschossigen Haus, in dem er sich seit Mittwoch früh verschanzt hatte, gekommen. Beamte eines Sondereinsatzkommandos näherten sich dem 44 Jahre alten Handwerker hinter einem mannshohen Schutzschild, nahmen ihn fest und führten ihn ab.
Der Mann soll am Mittwochmorgen mehrere Sprengsätze an einem benachbarten Einfamilienhaus in Viernheim gezündet haben. Ein 32 Jahre alter Familienvater erlitt leichte Verletzungen, als er eine Scheibe einschlug, um sich mit seiner 31 Jahre alten Frau und seinen beiden Kindern ins Freie zu retten. Etwa eine Stunde zuvor soll der Mann im rund acht Kilometer entfernten Weinheim in Baden-Württemberg ebenfalls einen Sprengsatz an einem Haus gezündet haben. Das Haus stand leer, weil die Familie im Urlaub ist. An beiden Häusern verursachte er erheblichen Sachschaden. Als Motiv haben möglicherweise Geldsorgen eine Rolle gespielt.
Die Polizei hatte auf eine Zermürbungstaktik gesetzt
In Viernheim war der als Militärfan bekannte Mann am Mittwochmorgen nach seinen Anschlägen mit Gasmaske und Tarnanzug bekleidet in seine Wohnung in dem mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshaus geflüchtet. Als er sich ergab, trug er ein olivfarbenes T-Shirt und eine Bermuda-Shorts im Tarn-Look. In seiner rechten Hand hielt er einen Zettel.
Seit Mittwochmorgen hatte die Polizei ständig im Kontakt mit dem 44-Jährigen gestanden und auf eine Zermürbungstaktik gesetzt. Der Mann hatte keine Forderungen gestellt. „Wir hoffen immer noch, dass der Mann rauskommt“, hatte Polizeisprecher Ferdinand Derings noch rund eine Stunde vor der Aufgabe des Täters gesagt.
Gasversorgung im Umfeld vorsorglich abgestellt
Nachdem sich der 44-Jährige verschanzt hatte, vermutete die Polizei, dass er noch weitere Sprengsätze bei sich hatte - was sich nun bewahrheit hat. Das Haus wurde daher weiträumig umstellt und die Gasversorgung im Umfeld vorsorglich abgestellt. 19 Gebäude in der Nachbarschaft wurden evakuiert. Die rund 100 Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, kamen in der Nacht zum Donnerstag bei Freunden oder Bekannten unter, die Stadt sorgte aber auch für Unterkünfte.
Zur Identität des Mannes und seinem möglichen Motiv sagte die Polizei am Donnerstag nichts. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung behauptet der Mann, ihm schuldeten mehrere Kunden Geld. Außerdem soll es um Mietstreitigkeiten gehen.
Wie ist das jetzt mit dem Verbieten??
Ewald Haberson (flyer50)
- 20.08.2009, 18:59 Uhr
Was soll denn nun verboten werden????
Oliver Hofmann (t-e-lawrence)
- 20.08.2009, 22:13 Uhr
@ Was soll denn nun verboten werden????
Johannes Wald (ruedy433)
- 21.08.2009, 11:11 Uhr