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Samstag, 18. Februar 2012
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Vierfachmord von Eislingen „Ja, so ist die: arrogant bis zum Schluss“

16.12.2009 ·  Im Prozess um den Vierfachmord von Eislingen sind am Mittwoch Briefe des Angeklagten Frederik B. verlesen worden. Darin heißt es, er habe gewusst, was passieren werde. Jedoch habe er nicht an die Konsequenzen gedacht.

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Im Prozess um den Vierfachmord von Eislingen vor dem Landgericht Ulm sind am Mittwoch Briefe des Angeklagten Frederik B. verlesen worden, in denen der 19-Jährige Reue bekundet. „Ganz Deutschland weiß, was wir getan haben. Auf meine Familie wird mit dem Finger gezeigt, ich habe auch ihr Leben zerstört“, hieß es einem der Schreiben, die Frederik B. in Haft verfasst und seinem Anwalt ausgehändigt hatte.

Der Angeklagte schilderte in den Schreiben, er und sein mitangeklagter Freund Andreas H. hätten sich gefühlt „wie in einem Film“. Zwar habe er gewusst, was passieren werde. Jedoch habe er nicht an die Konsequenzen der Tat gedacht. Andreas H. habe seine Familie gehasst, wegen deren Tötung sich die beiden nun verantworten müssen. Kurz bevor die 24 Jahre alte Schwester gestorben sei, habe diese gefragt, was „der Scheiß“ solle. Daraufhin habe Andreas H. gesagt: „Ja, so ist die: arrogant bis zum Schluss.“

Ein „Gute-Laune-Bär“

Die Staatsanwaltschaft wirft Andreas H. und Frederik B. vierfachen Mord aus Habgier vor. Sie sollen die Familie von Andreas H. ausgelöscht haben, um alleine über das Vermögen zu verfügen.

Als Zeuge sagte am Mittwoch der Nachlassverwalter vor Gericht aus, dass sich das Vermögen der getöteten Familie auf rund 800 000 Euro belaufen habe. Bisher war lediglich von einem Schweizer Konto mit rund 256 000 Euro Guthaben die Rede gewesen. Zusätzlich habe die Familie Immobilien und Grundstücke besessen.
Als weitere Zeugen waren Vertreter von Vereinen geladen, in denen Andreas H. Mitglied war. Der Jugendleiter der Schützengilde berichtete von einem fröhlichen Andreas H., der sich durch seine Art den Spitznamen „Gute-Laune-Bär“ erworben habe. Er habe volles Vertrauen zu dem 19-Jährigen gehabt. Nach einem Einbruch im Vereinsheim, bei dem Andreas H. und Frederik B. die Tatwaffen gestohlen haben sollen, habe niemand die beiden verdächtigt.

Lob für die gute Jugendarbeit

Ein Vorstandsmitglied der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft lobte Andreas H. für seine gute Jugendarbeit. Er sei überall beliebt gewesen.

Andreas H. und sein Freund Frederik B. sollen am 9. April im Haus der Familie von Andreas H. zunächst die beiden Schwestern im Alter von 22 und 24 Jahren getötet haben. Als die Eltern von einem Gaststättenbesuch nach Hause kamen, erschossen sie auch den 57 Jahre alten Vater und die 55 Jahre alte Mutter. Öffentlichkeit und Pressevertreter sind von dem Prozess weitgehend ausgeschlossen.

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