07.09.2010 · Auch am vierten Tag nach dem Verschwinden des zehn Jahre alten Mirco geht die fieberhafte Suche nach dem Jungen aus Grefrath weiter. Polizisten durchkämmen das Gebiet am Niederrhein. Vieles deutet auf ein Gewaltverbrechen hin.
Rund 1000 Polizisten setzen die Suche nach dem am Niederrhein verschwundenen Jungen Mirco fort. Neun Spezial-Spürhunde wurden aus ganz Nordrhein- Westfalen in das Suchgebiet gebracht. Inzwischen sind über 100 Hinweise aus der Bevölkerung bei den Ermittlern eingegangen. Am Montagabend sei die Aktion nach Einbruch der Dämmerung ohne Ergebnis unterbrochen worden, teilte eine Polizeisprecherin mit. Die Ermittler schließen nicht aus, dass der Zehnjährige Opfer eines Verbrechens wurde.
Rund 300 Einsatzkräfte hätten am Montag die Umgebung durchsucht, so die Sprecherin. Fährten-Spürhunde versuchten vergeblich, die Witterung zu Mirco wieder aufzunehmen. „Die ganze Situation spricht für ein Gewaltverbrechen“, sagt ein Polizeisprecher
Zeugen hatten einen dunklen Wagen, womöglich einen Kombi, genau an der Stelle beobachtet, an der später Mircos Fahrrad entdeckt wurde. Der Schüler war auf dem vier Kilometer langen Nachhauseweg von einer Skateboard-Anlage in Grefrath-Oedt verschwunden. Im fraglichen Zeitraum wollen Zeugen das verdächtige Auto an der ungewöhnlichen Stelle an einem Feldrand gesehen haben, wo sonst normalerweise keine Autos parken.
Noch nie ausgerissen
Bis etwa fünf Kilometer vom Fundort des Fahrrads entfernt hatten spezielle Spürhunde Mirco noch gewittert, dann riss die Spur ab. Es sei dabei durchaus möglich, dass Mirco die Strecke bereits in einem Auto zurückgelegt habe, sagt die Polizei. Seine Familie, ein christliches, sehr gläubiges Elternhaus, wird unterdessen psychologisch betreut. „Der Junge und die Familie sind völlig unauffällig gewesen. Der Junge ist auch noch nie ausgerissen, es gibt auch keinen erkennbaren Anlass dafür“, berichtet die Polizei.
An der Stelle, an der sein grasgrünes Fahrrad lag, fanden sich keine Kampfspuren. Das Flüsschen Niers ist in dieser Gegend so flach, dass es nicht einmal mit Tauchern abgesucht werden musste um davon ausgehen zu können, dass der Junge wohl auch nicht ertrunken ist.
Bedeckt halten sich die Ermittler zum Handy des Jungen. Bislang gelang offenbar keine Ortung. Dass dies an einem überlasteten Mobilfunknetz wegen eines großen Rockkonzerts im nahen Nettetal gelegen haben könnte, weist die Polizei aber als „Unfug“ zurück. Der Zeitraum, an dem das verdächtige Auto gesichtet wurde, deckt sich mit der Zeit, in der der Junge am Freitagabend verschwand. Seine Mutter hatte ihm noch ausgerichtet, dass es schon spät und höchste Zeit sei, nach Hause zu kommen. Mirco hatte am Abend noch einen Freund nach Hause gebracht. Als ihn die Bitte seiner besorgten Mutter erreichte, soll er sofort losgefahren sein. Dabei habe er einen Wander- und Radweg in einem Erholungsgebiet entlang der Niers benutzt. Dort fanden die Ermittler später auch das Fahrrad des Jungen.