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Montag, 13. Februar 2012
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Verhungerte Sarah „Katastrophale Veränderung“ der Familie

13.08.2009 ·  Die Behörden in Thalmässing rätseln weiter über die Hintergründe des Hungertodes der dreijährigen Sarah. Nach Angaben des Jugendamtes hat die Familie innerhalb weniger Monate eine völlige Wandlung durchlebt. Der Vater des Mädchens hat inzwischen sein Bedauern geäußert.

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Drei Tage nach dem Hungertod der dreijährigen Sarah im mittelfränkischen Thalmässing rätseln die Behörden weiter über die Hintergründe des Falls. Der Leiter des zuständigen Jugendamts, Manfred Korth, vermutet, dass die Familie in den vergangenen Monaten eine völlige Wandlung durchlebte. Während das dreijährige Mädchen am Montag an Unterernährung gestorben war, beschrieb Korth den vierjährigen Bruder des Mädchens als wohl genährt.

Dass die Ermittler zu Beginn dieser Woche die Wohnung in einem verwahrlosten Zustand gefunden hätten, erklärt sich Korth mit einer „katastrophalen“ Veränderung der Familiensituation in den vergangenen neun Monaten. Auch die starke Gewichtsabnahme der Mutter von rund 120 Kilogramm auf etwa 60 Kilogramm deute darauf hin. Ob eine Depression, ein Trauerfall oder eine Krankheit die Ursache für die Krise gewesen sei, konnte Korth nicht sagen. Die 26 Jahre alte Mutter befindet sich wegen einer schweren Erkrankung auf der Intensivstation eines Krankenhauses und wird von einem Polizisten bewacht.

Mutter auf Intensivstation

Nach Angaben eines Sprechers des Oberlandesgerichtes Nürnberg ist die Erkrankung möglicherweise sogar lebensbedrohlich. Mit einer Eröffnung des Haftbefehls sei „in naher Zukunft“ nicht zu rechnen. Korth bestätigte, dass Sarahs Mutter aus einer anderen Beziehung bereits zwei Kinder hatte, die in ein Heim gebracht worden waren. Das Jugendamt habe die Familie wegen dieser Vorgeschichte nach ihrem Umzug nach Thalmässing im Jahr 2005 intensiv betreut. Zweimal pro Woche sei ein Mitarbeiter der Diakonie zu der Familie gegangen.

Halbjährlich habe sich das Jugendamt mit den Diakoniemitarbeitern ausgetauscht, es habe nie Auffälligkeiten in der Familie gegeben. Im November 2008 habe ein Mitarbeiter die Familie zum letzten Mal besucht, zu diesem Zeitpunkt habe es keinen Hinweis darauf gegeben, dass die Familie das Mädchen vernachlässige, sagte Korth. Allerdings sei das Mädchen ebenso wie ihr Bruder etwas in der Entwicklung verzögert gewesen.

Der Vater schweigt

Inzwischen hat der inhaftierte Vater des verhungerten Kindes sein Schweigen gebrochen. Über seinen Anwalt ließ er sein Bedauern über den Tod des Mädchens ausgedrücken. „Ihm tut es ungeheuer leid, was
hier passiert ist“, sagte der Verteidiger des 29-Jährigen. Bei der Polizei hatte der Fernfahrer seit seiner ersten Aussage bei der Polizei keine Angaben zur Sache mehr gemacht. Der Mann sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft. Nach Angaben des Verteidigers will sein Mandant dazu beitragen, die Umstände des Todes aufzuklären: „Möglicherweise wird er sich dazu in nächster Zeit noch einmal in einer persönlichen Vernehmung bei der Polizei äußern“, sagte der Anwalt.

Nach Angaben des Jugendamts-Leiters hatte die Familie offenbar keine finanziellen Sorgen. Die dreijährige Sarah war am Montagmorgen an Unterernährung gestorben. Ein Sprecher des Oberlandesgerichts Nürnberg erläuterte, dass das Mädchen „deutlich weniger“ wog als für Kinder in diesem Alter üblich. Gegen den Vater und die Mutter ergingen Haftbefehle.

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