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Vergewaltigungsprozeß „Mario M. simulierte Anfall“

12.11.2006 ·  Die Provokationen des vorbestraften Sexualstraftäters Mario M. gehen anscheinend weiter. Laut Justizministerium hat der Angeklagte in seiner Zelle einen „gesundheitskritischen Zustand“ vorgetäuscht.

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Die Provokationen des vor Gericht stehenden vorbestraften Sexualstraftäters Mario M. gehen anscheinend weiter: „Samstag abend hat er einen kritischen Gesundheitszustand simuliert“, sagte ein Sprecher des sächsischen Justizministeriums am Sonntag. Ein Gefängniswärter habe M. gegen 18.45 Uhr in seiner Zelle mit „hochrotem Kopf“ vorgefunden. Ein Notarzt habe eine Hyperventilation - beschleunigte Atmung - festgestellt. Der Sprecher sagte, Mario M. habe die Hyperventilation selbst herbeigeführt. Hinweise auf eine Verletzung oder einen Medikamentenmißbrauch habe der Notarzt nicht erkennen können.

Berichte, daß M. in seiner Zelle randaliert habe, wies der Sprecher des Ministeriums zurück. Auch von einem Selbstmordversuch könne man nicht sprechen. „M. ist bei bester Gesundheit. Er hat einfach die Luft angehalten.“ Der Sprecher mutmaßte, der 36 Jahre alte Mario M. habe abermals Aufmerksamkeit erregen und den Verlauf des Prozesses gegen ihn beeinflussen wollen. „Es wird ihm mit seinen Aktionen nicht gelingen, sich einem gerechten Verfahren und einer gerechten Bestrafung zu entziehen.“

„Schwere seelische Abartigkeit“

Der Angeklagte hatte vergangenen Mittwoch mit seiner Flucht auf ein Gefängnisdach die Polizei 20 Stunden lang in Atem gehalten. Daraufhin wurden verschärfte Haftbedingungen für ihn angeordnet. Der Prozeß vor dem Landgericht Dresden wegen Entführung und Vergewaltigung der damals 13 Jahre alten Stephanie wird am 21. November fortgesetzt.

Video: Zweiter Prozeßtag im Fall Stephanie

Nach Informationen der Zeitschrift „Focus“ hat ein psychiatrischer Gutachter bei M. eine schwere Persönlichkeitsstörung im Rang einer schweren seelischen Abartigkeit festgestellt. Mario M. habe einen überdurchschnittlichen Intelligenz-Quotienten von 138. Verteidiger Andreas Boine bezeichnete den Angeklagten in dem Magazin als außergewöhnlich intelligent und sensibel. Die Ursache der Persönlichkeitsstörung sieht er in einem Kindheitstrauma: „Ab dem Alter von drei Jahren war er stark entstellt durch ein Furunkel auf der Nase. Sein Nasenrücken war komplett zerstört.“ Unter der platten Boxernase habe Mario M. stark gelitten.

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