28.07.2006 · Zehn Jahre nach seiner Festnahme gibt Robert Charles Browne den Ermittlern plötzlich glaubwürdige Hinweise auf weitere 48 Morde, die er begangen haben will. Er wäre einer der schlimmsten Massenmörder der amerikanischen Geschichte.
Ein verurteilter Verbrecher, der im amerikanischen Bundesstaat Colorado wegen des Mordes an einem Mädchen seit über zehn Jahren hinter Gitter sitzt, will weitere 48 Menschen ermordet haben. Robert Charles Browne habe Ermittlern erzählt, daß er von 1970 bis zu seiner Verhaftung im Jahre 1995 Männer und Frauen in verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten und ein Opfer in Südkorea umgebracht habe, teilte ein Sprecher des Sheriff-Büros im Bezirk El Paso mit.
Nach Angaben aus Ermittlerkreisen konnten Brownes Angaben zu sechs der Mordfälle inzwischen weitgehend bestätigt werden. Seine Aussage, 49 Morde begangen zu haben, erscheine glaubwürdig, erklärte der Sheriff von El Paso, Terry Maketa: „Kann sein, daß er übertreibt, aber wir können unsere Ermittlungen nicht von dem Gedanken leiten lassen, daß er übertrieben haben könnte. Wir müssen den Spuren nachgehen.“ Bestätigen sich die Angaben des Häftlings, würde er als einer der schlimmsten Massenmörder in die Kriminalgeschichte der Vereinigten Staaten eingehen.
Mordopfer im ganzen Land
1991 hatte Browne in Colorado ein 13jähriges Mädchen entführt und ermordet. Erst vier Jahre später wurde er festgenommen. Am Donnerstag gestand er vor Gericht einen weiteren Mord an einer jungen Mutter, deren Leiche nie gefunden wurde. Nach Brownes Angaben erwürgte er 1987 die Frau und versteckte die Leiche in einer Mülltonne.
Der Aussage Brownes zufolge beging er seinen ersten Mord während seiner Militärzeit in Südkorea im Jahre 1970. Gefolgt seien dann 17 weitere Taten in Louisiana, neun in Colorado, sieben in Texas, fünf in Arkansas, drei in Mississippi, je zwei in Kalifornien, New Mexico und Oklahoma sowie ein weiterer im Staat Washington - insgesamt 49. Was Browne zu seinem jetzigen Geständnis bewog, war den Ermittlern zufolge vorerst unklar. Zuvor hatte der Häftling den Justizbehörden Briefe mit kryptischen Hinweisen in poetischer Form zukommen lassen.