11.03.2009 · Ein Amokläufer hat in Alabama mindestens zehn Menschen getötet und sich nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei selbst erschossen. Unter den Toten sind mehrere Verwandte, darunter die Mutter und die Großeltern des Täters.
Ein Amokläufer hat im amerikanischen Bundesstaat Alabama mindestens zehn Menschen getötet. Nach dem Blutbad erschoss er sich, wie die Polizei mitteilte. Über das Motiv herrschte zunächst Rätselraten. Der Amokläufer soll vor kurzem seinen Arbeitsplatz bei der Firma „Reliable Metal Products“ verloren haben. Unter den Toten sind mehrere Verwandte, darunter die Mutter und die Großeltern des Täters. Aber auch Passanten, die sich an einer Tankstellen, in Läden oder auf den Veranden vor ihren Häusern aufhielten, wurden zu seinen Opfern.
Mindestens vier Menschen wurden verletzt, darunter auch ein Kind. Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen der Polizei steckte Michael McLendon als erstes das Haus seiner Mutter in der Nähe der Ortschaft Kingston in Brand. Die Polizei entdeckte später die Leiche der Frau in dem Haus, konnte zunächst aber nicht sagen, ob sie erschossen wurde, da sie noch nicht geborgen wurde. Nach Behördenangaben fuhr der Täter dann ins nahegelegene Samson und tötete dort die Großeltern, die ihn als Junge aufgezogen hatten, sowie eine Tante und einen Onkel.
Auf der Veranda erschossen
Doch es traf offenbar auch völlig Fremde: Eine Frau, die gerade den Laden einer Tankstelle verließ, und eine Person in einem Haushaltswarenladen wurden von dem Amokläufer erschossen. „Wir wissen nicht, was die Tat ausgelöst hat“, erklärte der Rechtsmediziner Robert Preacher. Eine Senatorin des Staates, Harri Anne Smith, sagte fassungslos: „Er fuhr die Straße entlang und schoss auf Menschen, die auf ihren Veranden saßen. Eine Familie saß einfach auf ihrer Veranda und sie wurde erschossen.“
Auf der Flucht schoss er auf einen Polizeiwagen und rammte ihn mehrmals. Ein Polizist wurde bei der Verfolgungsjagd von Glassplittern verletzt. Die Polizei verfolgte den Täter bis in den Nachbarort Geneva. Auf dem Gelände einer Metallfabrik, in der er gearbeitet hatte, schoss er noch einmal wild um sich. Eine der Kugeln traf den Angaben zufolge auch den Polizeichef von Geneva, der von seiner kugelsicheren Weste gerettet wurde. Dann habe sich der Mann schließlich in ein Gebäude geflüchtet und dort erschossen, teilte die Polizei mit. Die Ortschaften Geneva und Samson liegen im Südosten Alabamas nahe der Grenze zu Florida. Geneva zählt rund 4.400 Einwohner und Samson 2.000. Die Gegend im Südosten von Alabama nahe der Grenze zu Florida ist von Landwirtschaft bestimmt, insbesondere vom Erdnussanbau. Die Menschen dort haben meist nur ein geringes Einkommen.
In den Vereinigten Staaten kommt es immer wieder zu spektakulären Amokläufen. Erst vergangene Woche hatte ein Mann in Cleveland im Bundesstaat Ohio in einem Familiendrama fünf Menschen und anschließend sich selbst erschossen. Eine der schlimmsten Bluttaten dieser Art ereignete sich im April 2007 auf einem Universitätscampus in Blacksburg im Bundesstaat Virginia, als ein Student 32 Menschen und sich selbst tötete (FAZ.NET-Spezial: Der Amoklauf von Blacksburg). Experten bekräftigen immer wieder, einer der Ursachen seien die Waffengesetze in den Vereinigten Staaten, die in den meisten Bundesstaaten das Waffentragen erlauben. Auch gebe es in Amerika beim Waffenkauf so gut wie keine Hindernisse.
Die Amis und Ihre Waffen
Ronny Schaffer (RonSchaffer)
- 11.03.2009, 10:20 Uhr
Noch ist der illegale Waffenbesitz in D leichter als der legale in den USA
Bertram von Steuben (Elim_Garak)
- 11.03.2009, 11:05 Uhr
Nicht zu durchschauen,
Heinz Ebermann (CESA)
- 11.03.2009, 11:30 Uhr
Realitäten !
Markus Teuber (arathorn)
- 11.03.2009, 14:03 Uhr
Die Waffen sind nicht das ursprüngliche Problem!
Vince Monte (vincemonte)
- 11.03.2009, 15:44 Uhr