Nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstandes ist das ehemalige Wohnhaus des Dichters Johann Wolfgang von Goethe in Weimar evakuiert worden. Am Dienstagnachmittag hatte eine Aufsichtsperson in einem Schließfach eine Dose mit weißem Pulver gefunden. Aus dem Behälter ragten Drähte heraus, und es war ein Radioaktivitäts-Zeichen darauf angebracht worden, wie die Polizei mitteilte.
Ein Sprengstoffkommando wurde aus Erfurt angefordert, um den verdächtigen Gegenstand zu untersuchen. Ob es sich bei dem Fund tatsächlich um eine Bombe handelt, war bis zum Abend unklar. Ergebnisse werden erst in den nächsten Tagen erwartet. Die Feuerwehr habe aber zumindest festgestellt, dass das Material nicht radioaktiv sei, sagte ein Polizeisprecher.
Laut Polizei war dem Aufsichtspersonal eine verdächtige Person aufgefallen, die etwas in einem Schließfach deponierte und den Schlüssel im Fach daneben ablegte. Bei der Kontrolle war der Behälter entdeckt worden.
Zum Aussehen des Täters konnte der Zeuge bisher nur allgemeine Aussagen machen. Die Polizei ermittelt, hatte aber bis zum Dienstagabend keine heiße Spur. Am frühen Abend wurde das Gebäude
wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.
Das Goethe-Wohnhaus gehört zum UNESCO-Welterbe und befindet sich heute im Besitz der Klassik Stiftung Weimar. Der Dichter hatte bis zu seinem Tod im Jahr 1832 rund 50 Jahre lang in dem Haus am Frauenplan gewohnt. In 18 zugänglichen Räumen werden Möbel und Hausrat auch persönliche Objekte aus Goethes Sammlungen gezeigt.