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Verbrechensverabredung per SMS : Eine Verurteilung, zwei Freisprüche

  • Aktualisiert am

Ein „Rollenspiel“ mit ernsten Folgen: einer der Angeklagten vor Gericht. Bild: dpa

Sie verabredeten sich zu einem Mord per SMS und sagten vor Gericht, alles sei nur ein Rollenspiel gewesen: Dieser Fall endet für zwei Männer mit einem Freispruch. Ein Angeklagter muss ins Gefängnis.

          Weil er offenbar die Absicht hatte, zwei Frauen zu vergewaltigen, ist ein Baden-Württemberger am Mittwoch zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Ihm und zwei weiteren Männern war vorgeworfen worden, sich per SMS zu Entführung, Vergewaltigung und Mord verabredet zu haben. Ausgesuchte Opfer waren eine Nachbarin des 41 Jahre alten Mannes und seine Ex-Freundin samt kleiner Tochter. Die zwei Mitangeklagten aus Bayern und Nordrhein-Westfalen wurden von den Vorwürfen freigesprochen, wie der Vorsitzende Richter am Landgericht Ellwangen verkündete.
          Beide erhielten aber Bewährungsstrafen für den Besitz von kinderpornografischen Bildern und Videos. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Anwalt des Verurteilten wollen das Urteil auf Revision prüfen.

          Das Gericht musste in dem heiklen Fall darüber befinden, ob die Männer wirklich ernsthaft einen Mord planten. Die Anklage hatte langjährige Haftstrafen für alle drei Angeklagten gefordert. Die Kammer war aber nur davon überzeugt, dass der 41 Jahre alte Heidenheimer ernsthaft bereit dazu war, seine Ex-Freundin und seine Nachbarin zu vergewaltigen. Alle drei Verteidiger hatten für Freispruch plädiert.

          Es habe ein „ganz drängendes und heftig großes Motiv“ bei dem Heidenheimer gegenüber seiner 31 Jahre alten Ex-Partnerin gegeben, sagte Richter Ilg weiter. Neben niederträchtigen Rachegefühlten spielten auch seine „extrem perversen sexuellen Fantasien“ bezüglich seiner 22 Jahre alten Nachbarin eine wichtige Rolle. Diese tat der aus Sachsen stammende Heidenheimer in nachgewiesenen SMS und bei Bekannten kund, die in dem dreitägigen Prozess ausgesagt hatten.
          Die Kammer traute dem 41 Jahre alten Angeklagten allerdings keine Taten über die Vergewaltigung hinaus zu. „Er mag ein sehr schlechter Mensch sein“, sagte Ilg, aber sie könnten nicht sagen, ob er wirklich wie per SMS ausgetauscht, ein Kind missbraucht und Morde begangen hätte.

          In dem Prozess hatten alle drei Angeklagten eingeräumt, Bilder und Videos mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten besessen zu haben. „Sehr erschreckend“, sagte Richter Ilg, der am Dienstag das Datenmaterial bei der Beweisaufnahme sichten musste, darauf waren Kleinstkinder abgebildet, die sexuell missbraucht wurden. „Sie alle drei sind schon sehr tief gefallen“, sagte Ilg dem Trio. Er riet ihnen zu einer sexualtherapeutischen Behandlung.

          Die Männer hatten sich im SMS-Chat eines Privatsenders kennengelernt und perverse sexuelle Fantasien ausgetauscht, bis hin zu Mord- und Vergewaltigungsplänen an zwei Frauen und einem Kleinkind. „Alles nur Rollenspiel“, hatten zwei der Angeklagten im Prozess immer wieder betont. Sie waren alle zuletzt arbeitslos und gaben „Langeweile“ und „Neugier“ als Gründe für ihr Tun an.

          Die drei Männer waren Ende Juni verhaftet worden, nachdem ein weiterer Chatter gegen sie Strafanzeige gestellt hatte. Die beiden 54 Jahre alten Männer wurden direkt im Gerichtssaal von ihren Fußfesseln befreit.

          Quelle: DPA

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