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Verbrechen Harold Shipman beging 250 Morde

27.01.2005 ·  Neuer Bericht zu „Doktor Tod“: Die sechste Untersuchung der Verbrechen Shipmans hat ergeben, daß der Serienmörder mehr Menschen getötet hat, als bisher ermittelt.

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Der Hausarzt Harold Shipman, der sich als Serienmörder den Beinamen „Doktor Tod“ verdiente, hat nach einem neuen Bericht bis zu fünfzehn Patienten mehr getötet als bislang ermittelt.

Damit steigt die geschätzte Zahl seiner Opfer auf 250 Personen. Vor Gericht konnten Shipman nur fünfzehn Morde nachgewiesen werden. Er wurde im Januar 2000 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Vor einem Jahr hat er sich in seiner Zelle erhängt.

Mord durch Überdosis Morphium

Die sechste Untersuchung der Verbrechen Shipmans hat sich mit der Zeit von 1971 bis 1974 befaßt, als er während seiner Ausbildung am Allgemeinkrankenhaus von Pontefract in West Yorkshire beschäftigt war. Dame Janet Smith, die Richterin des Obersten Gerichtes, die von der Regierung mit dem Vorsitz der Untersuchung betraut wurde, bestätigte am Mittwoch, daß Shipman drei Männer getötet habe, einen davon mit Sicherheit durch eine Überdosis an Morphium. Bei vier weiteren Patienten, unter ihnen ein vier Jahre altes Mädchen, bestehe der „dringende Verdacht“ auf Mord. Weitere siebzehn Fälle seien ebenfalls verdächtig, sagte Dame Janet.

Die Komission hat 137 Todesfälle untersucht. Von diesen Patienten seien 64 eines natürlichen Todes gestorben. In 45 Fällen sei es nicht möglich gewesen, eine eindeutige Todesursache festzustellen. Die Gesamtzahl von 508 Opfern, die Shipman einem Mitgefangenen gegenüber angegeben haben soll, sei nicht zutreffend, sagte Dame Janet.

Verfahren gegen Ärzte

Im Dezember wurden im Zusammenhang mit Shipman Klagen gegen zwei Ärzte wegen beruflichen Fehlverhaltens mangels Beweisen aufgehoben. Ihnen war vorgeworfen worden, Einäscherungs-Papiere ohne gebührende Prüfung der Todesursache unterschrieben zu haben. Gegen vier weitere Ärzte läuft noch ein Verfahren der Ärzteaufsicht. Dame Janet hatte schon bei der Veröffentlichung ihres fünften Berichtes eine Reform dieser Behörde angeregt. Der Gesundheitsminister hat eine Untersuchung veranlaßt.

Quelle: G.T. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2005, Nr. 23 / Seite 7
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