11.10.2004 · Bei der Polizei in Amberg kann man sich „an eine so grausame Tat nicht erinnern“. Ein 22jähriger hat einen Ladenbesitzer mit einem Samurai-Schwert getötet. Die Augenzeugen stehen unter Schock.
Mit einem Samurai-Schwert hat ein vermutlich psychisch gestörter Mann am Montag in Amberg in Bayern den Besitzer eines Waffengeschäfts getötet. Bei seiner ersten Vernehmung sagte der 22 Jahre alte ehemalige Student, er habe in dem 50 Jahre alten Geschäftsmann „den Teufel gesehen“. Das Opfer hinterläßt Frau und zwei Kinder im Alter von 12 und 15 Jahren.
Der junge Mann hatte im Waffengeschäft das Samurai-Schwert ausgesucht, es bezahlt und damit dann urplötzlich mit großer Wucht auf den Verkäufer eingeschlagen. Der schwer verletzte Mann floh durch den Hinterausgang des Ladens in ein benachbartes Geschäft. Dort versuchte er, die Tür des Hintereingangs zuzuhalten. Bevor die im Geschäft anwesenden Personen etwas von dem Vorfall im hinteren Bereich des Ladens bemerkten, konnte der 22jährige die Tür aufdrücken.
Zeugen konnten Täter nicht stoppen
Nach Polizeiangaben trieb er sein Opfer in den Verkaufsraum des Geschäfts und hieb dort mit dem ein Meter langen Schwert immer wieder auf ihn ein. Einige Zeugen suchten Schutz unter Tischen, andere warfen Töpfe und Vasen auf den Angreifer, um ihn aufzuhalten. Der Täter bedrohte die anderen Anwesenden, ließ dann von seinem Opfer ab und ergriff die Flucht. Der 50jährige war so schwer verletzt, daß er noch im Laden starb. Polizisten nahmen den Attentäter wenige Meter vom Laden entfernt fest, der Mann hielt noch das Schwert in der Hand. Die Zeugen der Bluttat erlitten zum Teil schwere Schocks und mußten psychologisch betreut werden.
Ob sich Täter und Opfer kannten, ist noch unklar - ebenso ob Drogen im Spiel waren. Zu den ersten Vernehmungen sagte ein Polizeibeamter: „Der Täter hat einen apathischen Eindruck gemacht.“