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Veröffentlicht: 04.02.2013, 17:55 Uhr

Verbot von Mädchenbands Drei Sängerinnen in Indien sollen schweigen

Ein Großmufti will reine Mädchen-Rockbands verbieten, weil ihr Verhalten unislamisch sei. Die Musikerinnen sollen „innerhalb der Grenzen des Anstands bleiben“. Die Debatte über die Rolle der Frau in Indien geht weiter.

von Michael Radunski, Delhi
© dapd Ein Demonstrant setzt sich in Delhi für die Rechte von Frauen ein

Sie nennen sich „Pragaash“. Noma Nazir, Farah Deeba und Aneka Khalid sind drei indische Mädchen, die gerne Rockmusik machen. Der Name der einzigen reinen Mädchengruppe im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir bedeutet so viel wie „aus der Dunkelheit zum Licht“ - Licht, das sie durch ihre Musik den Zuhörern schenken möchten.

Doch nun legt sich ein Schatten darüber. Der oberste muslimische Kleriker im indischen Teil Kaschmirs, Großmufti Bashiruddin Ahmad, hat eine Fatwa verhängt: Mädchen-Rockbands müssten verboten werden, da das Verhalten der Musikerinnen unislamisch sei. „Singen steht nicht im Einklang mit der islamischen Lehre“, sagte Ahmad am Montag in Srinagar. Man könne keine Gesellschaft aufbauen, solange unislamische Dinge getan würden. „Deshalb habe ich diese Mädchen und andere Muslime aufgefordert, innerhalb der Grenzen des Anstands zu bleiben.“

„Eine Handvoll Idioten“

Es wird viel debattiert über die Rolle der Frau in Indien. Die junge Mittelschicht demonstriert für mehr Rechte und den Schutz von Frauen. Auch im Fall von „Pragaash“ gibt es andere Stimmen: Der Ministerpräsident von Jammu und Kaschmir, Omar Abdullah, unterstützt die Band. „Ich hoffe, diese talentierten Mädchen werden sich nicht von einer Handvoll Idioten zum Schweigen bringen lassen.“

Die Nationale Kommission für Frauen hat sich auch auf die Seite der Gruppe gestellt: „Einerseits sagen wir, dass die Geschlechter gleich seien. Andererseits belegen wir Mädchen mit vielen Restriktionen. Das ist falsch“, sagte Mamata Sharma, die Vorsitzende der Kommission.

Die drei Mädchen von „Pragaash“ haben ihre Live-Auftritte abgesagt. „The Hindu“ berichtet, sie wollten vielleicht gar das Singen ganz aufgeben. Es wäre weniger Licht in der indischen Gesellschaft.

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