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Verabredung zu Mord per SMS Angeklagte: „Alles nur Rollenspiel“

 ·  Ein kleines Mädchen und zwei Frauen sollen entführt und missbraucht werden, dann getötet. So verabredeten es drei Männer per SMS. Jetzt stehen sie vor Gericht.

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Wegen einer makabren Verabredung per SMS-Chat zu Missbrauch und Mord müssen sich seit Montag drei Männer vor dem Landgericht Ellwangen verantworten. Laut Anklage sollen die aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands stammenden Männer geplant haben, zwei Frauen samt kleiner Tochter zu entführen, zu missbrauchen und dann zu töten.

Zwei der drei Angeklagten stritten die Ernsthaftigkeit der Pläne zum Prozessauftakt ab. „Das waren alles Spinnereien, die für mich zum Rollenspiel dazugehören“, sagte ein 54 Jahre alter Mann aus Eitorf in Westfalen vor dem Landgericht Ellwangen. Auch ein gleichaltriger Angeklagter aus München hat nach eigener Aussage nie vorgehabt, die Tat zu verwirklichen. Der mutmaßliche Ideengeber, ein 41 Jahre alter Mann aus Heidenheim, schwieg.

Der Münchner erklärte, es sei nur um die ausgetauschten sexuellen Fantasien gegangen. Als der Heidenheimer aber konkret einen Termin vorschlug, gemeinsam seine 22 Jahre alte Nachbarin zu entführen, zu vergewaltigen und zu ermorden, habe er aussteigen wollen. „Da habe ich gemerkt, dass er es ernst meint“, sagte der 54 Jahre alte Bayer. Unter den ins Visier genommenen Frauen war auch die Ex-Freundin des Heidenheimers sowie ihre sieben Jahre alte Tochter. Der Anwalt des Fernfahrers aus Heidenheim zitierte seinen Mandanten mit den Worten, es sei alles „lediglich Fantasie, sonst nichts“ gewesen.

„Außergewöhnlicher und heikler Fall“

Beide Frauen kamen zum Prozess und sagten aus. Während die 22-Jährige Nachbarin des Heidenheimers gefasst wirkte, zitterte die Ex-Freundin des 41 Jahre alten Angeklagten mit den Knien. Sie seien bereits seit 2004 kein Paar mehr, doch ihre Ex-Freund habe sie noch bis in den Mai 2012 in Briefen beleidigt und bedroht. Zudem habe er mit ihr Sex haben wollen, obwohl sie bereits verheiratet war. Ein Bekannter des Fernfahrers sagte im Prozess, dieser habe ihm erzählt, dass er pädophil sei und das unter Kontrolle habe. Zudem habe er gesagt, dass er „irgendetwas vorhabe“ und ihm „eh alles scheißegal sei“.

Der Vorsitzende Richter Gerhard Ilg warnte zu Beginn des Prozesses davor, zu glauben, es sei für das Gericht unmöglich, sich von der Ernsthaftigkeit der Absprachen zu überzeugen. Er wies zudem daraufhin, dass die Verabredung zu Mord strafrechtlich wie versuchter Mord gesehen werde. „Es steht schon unter Strafe, wenn sich mehrere Personen ernsthaft verabreden, ein Verbrechen zu begehen, auch wenn noch keine Finger krumm gemacht wurden, um das Verbrechen vorzubereiten.“ Es sei ein sehr außergewöhnlicher und heikler Fall, sagte Ilg. Der Strafrahmen bewegt sich laut Staatsanwaltschaft zwischen mindestens drei Jahren und bis zu 15 Jahren.

Alle drei Männer räumten allerdings ein, kinder- und jugendpornografische Bilder wie Videos besessen und verbreitet zu haben. Sie lernten sich in einem SMS-Chat eines privaten Fernsehkanals kennen. Noch bevor das Trio aber seine Pläne in die Tat umsetzen konnte, wurden die Männer Ende Juni festgenommen. Der ausschlaggebende Hinweis kam mit einer Strafanzeige von einem Mann, der wohl zunächst auch als Mittäter vorgesehen war. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt, insgesamt sollten 21 Zeugen gehört werden.

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