21.08.2009 · Ein Maschinengewehr, zwei Maschinenpistolen, zwei Sturmgewehre, fünfzehn Handgranaten, zahlreiche militärische Zündauslöser, fünf Kilogramm TNTund 20 Kilo Nitrocellulosepulver fand die Polizei bei dem Bombenleger aus Viernheim. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.
Gegen den Bombenleger aus dem südhessischen Viernheim ist Haftbefehl ergangen. Ihm werden versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie Verstöße gegen das Waffen-, Sprengstoff- und Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen, wie die Polizei Darmstadt mitteilte. Der Handwerker hatte sich nach zwei Sprengstoffanschlägen in seiner Wohnung mit zahlreichen Sprengfallen verschanzt. Am Donnerstagvormittag gab er nach einem 27-stündigen Nervenkrieg auf und ließ sich widerstandslos festnehmen.
Der 44-Jährige, der die Anschläge gestanden hat, wurde am Freitagvormittag dem Haftrichter am Amtsgericht Darmstadt vorgeführt, der ihn in Untersuchungshaft schickte. Der Täter hatte in seiner Wohnung große Mengen Sprengstoff und Waffen, die er sich möglicherweise früher als Wachmann eines Munitionslagers der amerikanischen Armee in Viernheim beschafft hatte. Ihm drohen mehrere Jahre Gefängnis.
Eine Unmenge von Sprengvorrichtungen und Sprengfallen
Am Mittwoch hatte der Handwerker erst in Weinheim und dann in Viernheim bei Kunden, die ihre Rechnung noch nicht bezahlt hatten, eine Granate beziehungsweise Sprengsätze gezündet. Dabei entstand in Viernheim erheblicher Sachschaden. Die Familie in seiner Nachbarschaft konnte flüchten, der Vater verletzte sich, als er eine Fensterscheibe einschlug, um seine zwei Kinder zu retten.
Schließlich verschanzte sich der Täter in seiner Wohnung. Dort habe er „eine Unmenge von Sprengvorrichtungen und Sprengfallen“ angebracht, die er selbst nicht mehr habe entschärfen können. So verkeilte er laut Polizei unter anderem eine Acht-Kilo-Bombe in einem Rollladenkasten, die von den Sprengstoffexperten entschärft werden musste.
Kriegswaffen beschlagnahmt
Nach der Festnahme des Bombenlegers fanden die Experten bei ihm erhebliche Mengen Sprengstoff, Waffen und Munition. Sichergestellt wurden den Angaben zufolge bislang fünf Kriegswaffen - ein Maschinengewehr, zwei Maschinenpistolen, zwei Sturmgewehre - sowie 15 Handgranaten, mehrere tausend Schuss Munition, erhebliche Mengen Pyrotechnik, zahlreiche militärische Zündauslöser, fünf Kilogramm des Sprengstoffs TNT, 20 Kilo Nitrocellulosepulver, das zum Bombenbau verwendet werden kann, sowie mindestens sieben aus Gasflaschen hergestellte unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen.
Das brisante Material befand sich nicht nur in der Wohnung, sondern auch im Keller des Hauses und in einem Erdbunker im Garten. Da nicht auszuschließen sei, dass noch weitere explosive Gegenstände in dem Anwesen deponiert sind, sei es zwingend erforderlich, die Absperrmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung noch bis zum Samstag bestehen zu lassen, erklärte die Polizei. Sie hat 19 Häuser in der Umgebung evakuiert. Zunächst sollten die betroffenen 98 Bewohner am Freitag zurückkehren. Die Polizei bat sie um Nachsicht und Verständnis.