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Universität Frankfurt Gestohlen wird, was die WG begehrt

19.01.2010 ·  In Universitäten entwenden Diebe gern Gebrauchsware – von der Klobrille, über Toilettenpapier, Fenstergriffe bis zur Mikrowelle. Auch kurzzeitig ein Portemonnaie im Lesesaal der UB unbeaufsichtigt zu lassen, oder die Schließfächer im Juridicum ist keine gute Idee.

Von Katharina Iskandar
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Der Dieb brauchte nur wenige Sekunden. Als das Handy aufleuchtete, ging die Studentin aus dem Lesesaal der Universitätsbibliothek und machte das Gespräch so kurz wie möglich. Eine halbe Minute später kam sie an ihren Platz zurück – und ihr Portemonnaie war weg. „Vielleicht war es ja leichtsinnig von mir, es unbeobachtet zurückzulassen“, gibt die junge Frau zu. „Aber andererseits rechnet man nicht damit, dass man ausgerechnet an der Universität bestohlen wird.“

Dabei ist an Hochschulen genauso Vorsicht geboten wie an jedem anderen öffentlichen Ort. „Gestohlen wird im Prinzip alles, was der gemeine Student gebrauchen kann“, weiß Anja Köhler, Leiterin des Immobilienmanagements an der Goethe-Universität. Fahrräder auf dem Campus wirken auf Langfinger ebenso verlockend wie Schokoriegel in der Cafeteria.

Ganze Paletten Klopapier weg

Bisweilen sind die Vorlieben der Täter auch kurios. So wird in regelmäßigen Abständen Toilettenpapier gestohlen. Entweder einzelne Rollen, die offenbar aus den Kabinen mitgenommen werden, oder auch mal ganze Paletten. In einem Fall, berichtet Köhler, sei sogar eine Klobrille abgeschraubt worden. „Was da dahintersteckte, darüber rätseln wir heute noch.“ Ebenso unverständlich war der Diebstahl zweier Fenstergriffe, die fast schon fachmännisch entfernt worden sind. Und auch Besteck verschwindet aus dem Casino regelmäßig.

Mit größerer krimineller Energie ist ein Unbekannter vorgegangen, der aus einem Sekretariat eine Geldkassette gestohlen hat, die in der Schreibtischschublade aufbewahrt worden war. „Das war besonders ärgerlich“, sagt Köhler. „Denn in diesem speziellen Fall war das Geld für ein Geburtstagsgeschenk für einen Kollegen gedacht.“

Elektronikgeräte besonders begehrt

Abgesehen von diesen Gelegenheitsdiebstählen, wird aber auch immer wieder gezielt Inventar aus den Räumen entwendet. Besonders begehrt sind Elektronikgeräte. Erst vor kurzem hat ein Unbekannter versucht, aus einem Seminarraum auf dem Campus Westend einen Beamer zu stehlen. Dieser war jedoch an der Halterung angekettet, und als der Täter versuchte, das Gerät fortzuschaffen, fiel es ihm aus den Händen. Der Hausmeister fand den zerstörten Kasten am nächsten Morgen auf dem Boden. In einem anderen Fall war der Dieb erfolgreich: Er stahl einen Mikrowellenofen aus dem Büro eines Professors. Allerdings hielt sich der finanzielle Schaden in Grenzen, wie Köhler sagt. „Das Gerät war uralt.“

Bewährt haben sich nach Angaben des Uni-Pressereferenten Stephan Hübner bisher die neuen Schließfächer auf dem Campus Westend. Während früher vor allem im Keller des Juridicums öfter Fächer aufgebrochen worden seien, komme das im Westend nicht mehr vor – was laut Hübner möglicherweise daran liegt, dass die Spinde nicht mehr in düsteren Ecken untergebracht sind, sondern gut einsehbar in den Gängen. Zum anderen seien sie dank neuer Schließvorrichtungen auch nicht mehr so leicht aufzubrechen.

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