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Übergriff in U-Bahnhof Junge Gewalttäter verletzen in München zwei Männer

 ·  Zum dritten Mal binnen weniger Tage haben an einem Münchner U-Bahnhof junge Schläger Fahrgäste angegriffen und verletzt. Grund des jüngsten Übergriffs waren Beschwerden wegen zu lauter Musik. Die Stimmen nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechtes werden lauter.

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Zum dritten Mal innerhalb von knapp zwei Wochen haben Jugendliche in der Münchner U-Bahn andere Fahrgäste zusammengeschlagen. Am Sonntag waren zwei Männer verletzt worden, nachdem sie sich über zu laute Musik in dem Abteil beschwert hatten. Die drei Jugendlichen verfolgten sie, als diese die U-Bahn verließen.

Sie schlugen einen von ihnen zu Boden und traten auf ihn ein. Er erlitt Prellungen und Schürfwunden. Sein Begleiter wurde von einem Ziegelstein am Kopf getroffen und musste mit einer Platzwunde ins Krankenhaus. Nach den drei jungen Männern wird gefahndet. In der Politik ging unterdessen die Debatte um eine Verschärfung des Jugendstrafrechtes weiter.

Jugendstrafrecht ungeeignet

Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) bekräftigte ihre Forderung nach einem schärferen Jugendstrafrecht. Das ausschließlich dem Erziehungsgedanken verpflichtete Jugendstrafrecht sei nicht mehr voll geeignet, die Menschen vor jugendlichen und heranwachsenden Intensiv- und Gewalttätern zu schützen, sagte Merk. „Wir müssen die Höchststrafe im Jugendstrafrecht endlich von 10 auf 15 Jahre erhöhen.“ Auch Jugendliche könnten schwerste Schuld auf sich laden, bei der es mit zehn Jahren Jugendstrafe allein nicht getan sei. Wer die Augen davor verschließe, sehe die Welt durch eine rosa Brille, so Merk.

Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) forderte eine raschere Ausweisung ausländischer Straftäter. „Ich meine, wir müssen auch gerade bei Heranwachsenden höhere Strafen verhängen können und wir müssen jede Chance zur Ausweisung nutzen“, sagte er dem „Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung“. „Wenn die Integration hier nicht gelingt, ist das oft die einzige Möglichkeit.“ Der Übergriff der zwei Jugendlichen auf
einen Rentner habe einmal mehr „massive Integrationsdefizite“ aufgezeigt.

„Schmutzige Kampagne“

Am Freitag vor Silvester hatten drei Jugendliche in einer U-Bahn-Station zwei Erwachsene beleidigt, verprügelt und mit einer Bierflasche geschlagen. Die drei wurden festgenommen. Der schwerste Vorfall hatte sich eine knappe Woche vor Weihnachten ereignet, als zwei Schläger einen Rentner mit Schlägen und heftigen Tritten gegen den Kopf schwer verletzt hatten. Gegen den 17-jährigen Griechen und den 20 Jahre alten Türken wurden Haftbefehle wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erlassen. Der Mann hatte die Männer gebeten, in der U-Bahn ihre Zigaretten auszumachen. Bei dem Übergriff erlitt er schwerste Kopfverletzungen.

Dieser brutale Überfall hatte bundesweit eine heftige Debatte über das Jugendstrafrecht und Jugendkriminalität ausgelöst. So klagte Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) über „zu viele kriminelle junge Ausländer“. Die hessische SPD-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Andrea
Ypsilanti, warf Koch deshalb vor, eine „schmutzige Kampagne“ zu führen. „Das ist die Methode Koch, Sündenböcke für seine verfehlte Politik zu suchen“, sagte sie der Süddeutschen Zeitung.

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