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Trotz Mordverdachts Paralympics-Star Pistorius kommt gegen Kaution frei

Der unter Mordverdacht stehende Paralympics-Star Oscar Pistorius wird gegen eine Kaution von umgerechnet 85.000 Euro zunächst freigelassen. Er muss am 4. Juni wieder vor Gericht erscheinen.

Oscar Pistorius bei der Anhörung am Freitag Artikel.Text Video starten $fazgets_pct
© AP/dpa, reuters Vergrößern Pistorius kommt gegen Kaution frei

Der des Mordes an seiner Freundin verdächtige sechsfache Paralympics-Gewinner Oscar Pistorius ist am Freitag bis zum Beginn der Hauptverhandlung gegen Kaution von einer Million Rand (etwa 85.000 Euro) auf freien Fuß gesetzt worden. Das entschied das Magistratsgericht in Pretoria nach vier Tagen Anhörung. Der Prozess wurde vertagt, Pistorius muss am 4. Juni wieder vor Gericht erscheinen.

Thomas Scheen Folgen:    

Der 26 Jahre alte Pistorius stelle gegenwärtig keine Bedrohung für die Öffentlichkeit dar, das Fluchtrisiko sei gering, und es stehe auch nicht zu erwarten, dass er Zeugen der Anklage bis zur Hauptverhandlung beeinflussen werde, begründete Richter Desmond Nair seine Entscheidung. Die Anwälte von Pistorius hatten zuvor argumentiert, es bestehe keine Fluchtgefahr, weil ihr Mandant ein auf der ganzen Welt bekannter Sportler sei und überall erkannt werde.

Die Staatsanwaltschaft wirft Oscar Pistorius vor, am 14. Februar seine Freundin Reeva Steenkamp vorsätzlich mit vier Schüssen getötet zu haben. Sie hatte sich der Freilassung auf Kaution widersetzt. Pistorius bestreitet die Schüsse auf die 29Jahre alte Steenkamp nicht, behauptet aber, die Frau versehentlich für einen Einbrecher gehalten zu haben. Seine Verteidigung spricht von „Totschlag in einem minder schweren Fall“. Nach der Entscheidung des Gerichts brachen Familienangehörige und Anhänger im Gerichtssaal in Jubelstürme aus. Der Sportler selbst zeigte dagegen keine Regung.

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Die Verhandlung um die Freilassung gegen Kaution glich stellenweise schon einer Hauptverhandlung mit heftigen Wortgefechten zwischen Anklage und Verteidigung. Am Donnerstag war der Chefermittler der Polizei, Hilton Botha, von dem Fall abgezogen worden, als bekannt wurde, dass er sich im Zusammenhang mit Ermittlungen in einem anderen Fall aus dem Jahr 2011 wegen des Verdachts auf siebenfachen Mordversuch selbst vor Gericht verantworten muss.

Quelle: F.A.Z.

 
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