01.08.2012 · Infolge des Transplantationsskandals in Göttingen haben mehrere Angehörige von Organspendern entsprechende Eingriffe abgelehnt, bestätigte die Deutsche Stiftung Organtransplantation gegenüber der F.A.Z. Indessen wurde der Chirurgie-Chef des Regensburger Klinikums beurlaubt.
Richtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Denn wenn sich Ärzte nicht bereichern, dann tun es andere Teile der Wirtschaft, die - Stichwort Rente mit 72 - alles aus den Menschen herausholen, bis diese tot umfallen. Wer Organe spendet leistet den ganzen biologistischen Systemzynismen Vorschub.
kein Mensch kann feststellen wann der Tod, also Trennung der Seele vom Körper, eintritt. Annähernd ist man früher vom Herztod ausgegangen, wo diese Trennung vollzogen sei. Aber konkret wissen wir das nicht. Deshalb ist aus Achtung vor dem ganzen Menschen eine Organtransplantation aus ethisch moralischen Gründen zu verwerfen. Lediglich bei paarigen Organen kann aus Liebe transplantiert werden. Wenn aus Liebe, dann entstehen auch nicht solche Skandale.
Organaannahme-Bereitschaft sinkt ... dann halt auch :-)
Na dann muss man halt jedem, der nicht nachweisen kann, dass er schon
seit mindestens 20 Jahren keinen Ausweis mit eingetragener
Spendebereitschaft besitzt als Sofortmassnahme auch mal als
Empfänger ausschliessen!
Das ist die einzig gerechte Lösung.
So verliert man die Unentschlossenen
Manchen Menschen denken "wenn ich tot bin, ist mir das alles
egal" und geben dann auch ihre Organe weg. Die meisten Menschen
sind jedoch gespalten. Ihnen ist die Idee, ausgewaidet zu werden,
unsympathisch, sie befürchten, dass in den natürlichen
Sterbevorgang eingegriffen wird, sie denken an Nahtod-Erfahrungen und
anders. Für all diese ist die Spende ein echtes Opfer und nicht
eigentlich egal. Dazu kommen dann noch eher irrationale Ängste wie
Organ-Mafia etc
Und natürlich verliert man die schwer-entschlosenen Spender durch
solche Skandale. Sollte noch herauskommen, dass echtes Geld geflossen
ist, wird die Karre echt im Dreck stecken
Aber ehrlich gesagt gefällt es mir besser, dass hier einmal
aufgeklärt wird, anstatt dass so e
getan wird, als würde es derartige Manipulationen nicht geben
bei dem sogenannten Hirntod mag sich irren. In aller Welt - nur kaum in D -- bestehen erhebliche Zweifel, ob man bei "Hirntod" bereits tot ist. Jedenfalls schlägt derjenige, dem die Organe entnommen werden, ganz wild um sich. Und wo das Geschäft doch so lukrativ ist, lassen sich noch andere Scenarien denken, als nur die Spitze des Eisbergs, über die gerade berichtet wird.
für mich unverständliche Reaktion
Bis ich diesen Artikel und die Kommentare gelesen habe, wäre ich
nicht mal annähernd auf die Idee gekommen, meinen Spenderausweis zu
überdenken. Dass das Verhalten der Ärzte unwürdig ist -
gegenüber totkranken Menschen ist unbestritten. Aber ehrlich
gesagt: wenn ich tot bin, ist mir es sowieso egal, wer durch meine
Organe wieder gesund wird. Wäre schon schön, wenn es Mensch zu
Gute kommt, die es wirklich nötig brauchen. Andererseits wird sich
niemand ein Organ transplantieren lassen, der es nicht benötigt -
also krank sind ja auch die gewesen, die zu unrecht ein Organ erhalten
hatten. Aber nicht, weil sie gesund waren, sondern weil sie nicht ganz
so krank waren, wie andere.
Nicht schön das ganze, ändert aber nichts an meiner
Einstellung zur Organspende. Ich brauch meine nach dem Tod eh nicht
mehr! Soll ich sie nun aus Prinzip, "wegen den da oben"
verotten lassen?
Spenden allein kann nicht alles sein. Transparenz allerorten ist vonnöten.
Tut mir leid, diese Einstellung. die fatalistisch Mißbrauch ohne
Konsequenz hinnimmt, kann ich nicht nachzuvollziehen.
Wenn es bei der heutigen sehr fragwürdigen Praxis der
privatrechtlichen Organisation bleiben sollte ( ohne staatliche bzw.
öffentlich-rechtliche Aufsicht), dann ist die Gewinnverteilung im
System neu zu verteilen. Die kreative Profitgestaltung im heutigen
System sollte nicht mehr so einfach den (verstorbenen) Spender bzw.
ggfls. seine Erben rausmendeln dürfen - oder man zieht die
Profitkomponente grundsätzlich aus diesem System heraus. Beim
simplen Blutspende-System dürfte auch der dämlichste Spender
inzwischen festgestellt haben, welche Profite er für bestimmte
Organisationen wie DRK generiert.
Mehr Spender = Weniger geld = Weniger Verführung
Die Gleichung könnte aufgehen... was aber in keiner Weise
rechtfertigt, was da gelaufen ist. Es zeigt aber eben wieder einmal,
dass auch Ärzte Menschen sind ;-)
Im Genensatz zu den Bänkern werden wir sie aber vorerst wohl nciht
auf die "schwarze Liste" setzen, dazu kommen sie uns eben doch
"zu nah"...
desto offener Türen und Tore für solche Betrügerereien.
Ich als Organspender werde tot sein, wenn meine Organe verpflanzt
werden, wenn jmd noch Profit daraus schlagen kann, so sollen meine
Angehörigen mit 20 % beteiligt werden! Ich werde es entsprechend
auf meinem Spendeausweis anmerken.
Das ganze funktioniert aber nur so lange, wie wir nicht das
österreichische System übernehmen. Denn dann wären genug
Organe vorhanden und die Möglichkeit zur Bereicherung würde eingeschränkt.
Es sollte sich nur jeder bewußt sein, dass man immer auch selbst
in die Lage kommen kann, ein Organ zu benötigen, auch wenn man sich
momentan bester Gesundheit erfreut.
Je seltener ein Gut, desto lukrativer der illegale Handel mit demselben!
Der angerichtete Schaden ist so massiv, dass die Strafen gar nicht hoch genug ausfallen können. Zerstört haben die Beteiligten das Vertrauen in ein System, das sie bezahlt und das auf breites öffentliches Vertrauen angewiesen ist, um zu funktionieren. Die Debatte sollte weit über die Grenzen irgendwelchen ärztlichen Selbstverständnisses hinaus geführt werden. Mit Beurlaubung oder fristloser Kündigung der Betroffenen ist es da bei weitem nicht getan. Und auch nicht mit einer Anzeige wegen fahrlässiger Tötung
Solange nur gelabert und nicht gehandelt wird (und zwar mit
empfindlichen Strafen, die Nachahmer abschrecken), ist die Karre im
Dreck und kommt auch nicht mehr raus.
Außerdem sehen wir ja gerade, dass es nicht nur ein "krummer
Hund" gewesen ist, sondern die Sache munter Kreise zieht. Ob wir je
alles erfahren ist zweifelhaft, denn die Berichterstattung darüber
bedeutet weitere Widersprüche gegen die Organentnahmen...
einiger Halbgötter in Weiss kostet letztlich Menschenleben, denn die Bereitschaft zur Organspende wird sinken. Besonders wenn man weiss, welche Summen damit von den verantwortungslosen Medizinern " erwirtschaftet " wurden. Verlorengegangenes Vertrauen lässt sich nur schwer wieder zurückgewinnen.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.08.2012 23:41 UhrWas soll daran skandalös sein??? Der Skandal ist, dass mit Organ"spenden"...
...richtig Kohle gemacht werden kann. Was Not tut, ist eine absolut
strikte Gesetzgebung, die festlegt, dass mit Organhandel (inkl.
Blutkonserven!) keinerlei Profit gemacht werden kann, d.h.
ausschließlich die Aufwandskosten erstattet werden. Dazu muss die
Organvergabe staatlich überwacht werden und unregelmäßig
kriminalpolizeiliche Stichproben (jawohl!) vorgesehen werden.
Diejenigen, die meinen, dass es schnuppe ist, was mit ihren Eingeweiden
nach ihrem Ableben geschieht, sollten sich fragen, ob sie die
Entscheidung hinsichtlich ihres eventuellen Hirntodes in die Hand eines
(oder ggf. mehrerer gut organisierter) Artgenossen mit manifestem
Geschäftsinteresse legen möchte. Wer wie im vorliegenden Falle
implizit Totschlag (ebf. jawohl!) in Kauf nimmt, indem er einen anderen
Patienten vorzieht, schreckt auch vor anderen "Entscheidungen"
nicht zurück.
Auch hier zeigt sich die lebensverachtende Konsequenz einer rein
materialistisch und utilitaristisch ausgerichteten Wertanschauung.
niemand braucht nach
eigenen Tod auch nur eines seiner Organe noch. Da stimme ich Ihnen völlig zu. Gleichwohl bleibe ich dabei, dass es mehr Aufklärung über die Organspende bedarf und dass es gesichert sein muss, dass nicht irgendwelche Halbgötter in Weiss quasi Gott spielen wollen oder können und nebenbei noch kräftig kassieren. Mir persönlich wäre es völlig egal, ob man mir nach dem Exitus Organe entnimmt, aber ich weiss nicht ob meine Organe verwendbar wären. Blut durfte ich jedenfalls noch nie spenden, da ich bereits im Alter von 6 Jahren eine Hepatitis hatte. Abschliessend . . . kein Arzt MUSS irgendwelche Daten manipulieren aber fast alles hat schliesslich seinen Preis oder weil du arm bist musst du früher sterben.
das wirklich skandalöse
ist doch letztlich, dass es immer noch zu wenig freiwillige Spender
gibt. Hier sollte sich jeder an die eigene Nase fassen. Ich bin Spender!
Und ich bleibe es auch. Und ich verstehe diejenigen nicht, die meinen,
ihre Organe auch über den Tod hinaus brauchen zu müssen.
Gäbe es mehr Spender, würden mehr Bedürftige schneller
ein Ersatzorgan bekommen. Ergo müssten keine armen Leute ihre
Organe für ein paar tausend Euro verkaufen, ergo könnten
niemand mehr mit der Not der Leute Geld verdienen, und ergo müsste
kein Arzt mehr irgendwelche Daten manipulieren.
Eine notwendige Reaktion ist also nicht, nicht mehr spenden zu wollen,
sondern sich dafür bereit zu erklären!
TransPlant: Verdacht auf dubioses "Gentleman's Agreement" in Regensburg
Das Klinikum Regensburg wollte offenbar den Herrn ohne großes Aufsehen loswerden, nachdem er ein EuroTransPlant-Organ nach Jordanien entführt und dort einoperiert hatte. A.O. täuschte beim Patienten den Wohn- und OP-Ort Deutschland vor. Dem Klinikum Regensburg ist vorzuwerfen, in dem Bemühen A.O. schnell los zu werden, die Kollegen in Göttingen gar nicht oder höchst unzureichend über diese Betrügereien und Manipulationen unterrichtet zu haben. An dieser groß angelegten Vertuschungsaktion dürfte nicht nur das Regensburger Klinikum beteigt gewesen sein.
Denn was wir hier zu sehen bekommen ist - wie fast immer - nur die Spitze des Eisberges.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.08.2012 14:42 UhrWer sagt denn, dass das nur 1% sind?
Ich spreche von der Spitze eines Eisberges, und bei der Raffgier der Ärzte, die durch die vielen Betrugsfälle der letzten Jahre offensichtlich geworden ist, gehe ich von weit mehr als 1% aus. Dieser Berufsstand hat aus meiner Sicht sein Ansehen weitgehend verspielt und muss sich dieses erst wieder erarbeiten.
Tolle Reaktion
Vielleicht kann mir jemand helfen - ich verstehe nicht, wieso man etwas
so offensichtlich sinnvolles wie Organspende nicht tun soll, weil es in
1% der Fälle zu kriminellen Machenschaften gekommen ist.
Natürlich müssen die 1% verfolgt werden, und natürlich
muss der entsprechende Arzt den Tod von ebensovielen Patienten
rechtfertigen, wie er illegal an andere Patienten transplantiert hat -
aber das kann doch nichts an der Spenderbereitschaft von Menschen
ändern.
Der Spender ist doch sowieso tot, und die kriminelle Tat entsteht doch
erst, weil es einen so krassen Mangel an Organen gibt.
12.000 warten auf Organe, 4.000 Organe werden transplantiert, und 1.000
sterben jährlich, weil es zu wenig Organe gibt.
Ich befürchte, dass dieser (zweifellose) Skandal von vielen benutzt
wird, um sich nicht mit dieser unbehaglichen, aber sehr wichtigen Frage
zu beschäftigen. Aber wie man von 1% (oder weniger?)
Kriminalität auf 100% Spenderverweigerung kommt, verstehe ich
nicht. Erklären Sie mal.