Home
http://www.faz.net/-gus-75yyf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Tote Babys in Stade Mutter muss für vier Jahre in Haft

Eine Frau aus Niedersachsen ist wegen Totschlags zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte zwei Kinder heimlich zur Welt gebracht, auf dem Dachboden versteckt und dort sich selbst überlassen.

© dapd Vergrößern Die Angeklagte vor Gericht

Weil sie ihre Babys nach der Geburt auf einem Dachboden versteckt und sich selbst überlassen hat, muss eine Mutter aus Niedersachsen vier Jahre in Haft. Das Landgericht Stade verurteilte die 43 Jahre alte Frau am Mittwoch wegen versuchten Totschlags und Totschlags. Sie hatte zwischen 1996 und 2001 zwei Kinder heimlich zur Welt gebracht, in Tüten gewickelt und in ihrem Haus verborgen.

Die Angeklagte sei vermindert schuldfähig, sagte Richter Berend Appelkamp. Sie habe die Schwangerschaften verdrängt und verleugnet. Ihr Ex-Mann fand die stark verwesten Leichen Jahre später, als er den Dachboden entrümpeln wollte. Er will von den Schwangerschaften nichts gewusst haben.

Die Frau hatte die Taten vor Gericht gestanden. Ob das erste Kind bei der Geburt lebte, konnte in dem Prozess nicht eindeutig geklärt werden. Das zweite Baby kam nach Angaben der Angeklagten aber lebend zur Welt.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert. Sie ging von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit aus, weil die Frau alkoholkrank ist und seit ihrer Jugend an einer Persönlichkeitsstörung leidet. Die Verteidigung plädierte auf zwei Jahre Bewährungsstrafe.

Die Frau hatte bei der Polizei ausgesagt, einen dritten Säugling im Garten vergraben zu haben. Die Ermittler konnten dort aber keine Leiche finden. Die Anklage ließ diesen Punkt deshalb fallen.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Schizophrener Täter Vater muss wegen Mord an Fünfjährigem in Psychiatrie

Im Mai 2014 drehte ein Mann mit schizophrener Psychose komplett durch: Mit 86 Messerstichen tötete er seinen fünf Jahre alten Sohn. Nun muss er für viele Jahre in die Psychiatrie. Doch die Kindsmutter sagt: Er hat nicht nur im Wahn gehandelt. Mehr

26.02.2015, 17:03 Uhr | Gesellschaft
Wende im Fall Pistorius Berufung der Staatsanwaltschaft zugelassen

Der Prozess gegen den wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilten südafrikanischen Sprintstar Oscar Pistorius geht in die zweite Runde. Die Richterin Thokozile Masipa gab in Pretoria einem Berufungsantrag der Staatsanwaltschaft statt. Diese will durchsetzen, dass Pistorius nicht wegen Totschlags, sondern wegen Mordes verurteilt wird. Mehr

10.12.2014, 12:15 Uhr | Gesellschaft
Prozess in München Bewährungsstrafe für Allgäuer Islamistin

Eine junge Islamistin aus dem Allgäu, die mit ihren Kindern in den Krieg nach Syrien gereist war, wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Mehr

25.02.2015, 16:25 Uhr | Politik
Russland Mütter finden vertauschte Babys wieder

Zwei russischen Müttern wurden nach der Geburt die Töchter vertauscht. Der Alptraum dauerte für die beiden über ein viertel Jahr, nun haben sie ihre leiblichen Kinder wieder. Mehr

10.02.2015, 13:32 Uhr | Gesellschaft
Zweifacher Mord Lebenslange Haft für Krankenpfleger Niels H.

Der ehemalige Krankenpfleger Niels H. ist wegen zweifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Prozess hatte er sogar gestanden, für bis zu dreißig Tode verantwortlich zu sein. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Mehr

26.02.2015, 14:21 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 23.01.2013, 13:12 Uhr

Marvel-Comics Catwoman ist jetzt bisexuell

Batmans Gegenspielerin liebt beide Geschlechter, Prinz William ist in Japan beliebter als die dortige Königsfamilie, und Kanye West bereut seinen unglücklichen Auftritt bei den Grammys – der Smalltalk. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden