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Veröffentlicht: 29.11.2014, 11:53 Uhr

Tod von Tugce Albayrak Gauck zeigt sich „entsetzt und erschüttert“

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich in einem Brief an die Familie der in Offenbach getöteten Studentin Tugce Albayrak gewandt. Auch prüft er den Wunsch, der jungen Frau posthum das Bundesverdienstkreuz zu verleihen.

© Screenshot/Facebook Vorbild für viele: Tugce Albayrak

Nach dem Tod der Studentin Tugce Albayrak hat Bundespräsident Joachim Gauck der Familie sein Beileid bekundet. In einem Schreiben Gaucks hieß es, die junge Frau habe „unser aller Dankbarkeit und Respekt verdient“. Sie werde immer ein Vorbild bleiben. „Wo andere Menschen wegschauten, hat Tugce in beispielhafter Weise Mut und Zivilcourage bewiesen.“

„Ich bin wie ungezählte Bürgerinnen und Bürger entsetzt und erschüttert über diese schreckliche Tat“, so der Bundespräsident. Weiter heißt es in seinem Kondolenzschreiben: „Unser ganzes Land trauert mit Ihnen.“ Gauck teilte zudem der Internetplattform „change.org“ mit, er werde den Wunsch prüfen, Tugce Albayrak mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland zu würdigen. Die Plattform hatte eine entsprechende Online-Petition ins Leben gerufen und mehr als 100.000 Unterschriften gesammelt. Die Prüfung durch Gauck entspricht dem üblichen Verfahren.

Vor fünf Jahren war auch Dominik Brunner, ein Manager aus dem niederbayerischen Ergoldsbach, nach seinem tödlichen Einsatz als Streitschlichter in München posthum mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Organe entnommen

Tugce Albayrak war vor zwei Wochen, in der Nacht des 15. Novembers, auf einem McDonalds-Parkplatz in Offenbach von einem polizeibekannten Schläger mit der Handkante zu Fall gebracht worden. Dies belegt eine Videoaufnahme der Nacht. Im Krankenhaus stellten Ärzte ihren Hirntod fest. Der mutmaßliche Täter, der 18 Jahre alte Senal M., sitzt in Untersuchungshaft. Er stammt aus der Region Sandžak im Südwesten Serbiens.

Senal M. hat den Schlag in einem ersten Verhör eingeräumt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Seitdem schweigt er. Gegen ihn wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Von den beiden Mädchen, denen Tugce offenbar vor dem Streit helfen wollte, fehlt noch immer jede Spur. Die Polizei sucht sie als wichtige Zeuginnen.

Am Freitagabend wurden die lebenserhaltenden Maßnahmen auf Wunsch der Familie eingestellt. An diesem Tag ist Tugce 23 Jahre alt geworden. Anschließend kamen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vom Samstag drei Ärzte-Teams ins Klinikum Offenbach, um der Studentin mehrere Organe zu entnehmen. Tugce Albayrak besaß einen Spenderausweis. Deshalb habe die Familie einer Entnahme für Transplantationen zugestimmt, hieß es.

© dpa, reuters Mahnwache für Tugce Albayrak

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