17.05.2007 · Bei der Suche nach der verschwundenen Madeleine hat die Polizei einen neuen Verdächtigen: Einen Russen, den der zuvor verdächtigte Brite kurz nach dem Verschwinden des Mädchens anrief. Verhaftet wurde der Mann allerdings nicht.
Im Drama um die mysteriöse Entführung der kleinen Madeleine hat die Polizei nun einen russischen Computer- Spezialisten im Visier. Der 22-jährige Sergej M. sei kurz nach dem Verschwinden des Mädchens am 3. Mai von dem bislang einzigen offiziell verdächtigten Briten Robert M. (33) angerufen worden, hieß es am Donnerstag in britischen Presseberichten. Madeleine war aus der Ferienwohnung der Eltern in dem Badeort Praia da Luz im Süden Portugals entführt worden.
In der Nacht zum Donnerstag hätten Ermittler die Wohnung des Russen durchsucht und ihn verhört, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA aus Praia da Luz. Auf dem Laptop des ebenfalls in dem Badeort Praia da Luz lebenden Moskauers seien E-Mails des verdächtigen Briten gefunden worden. Der Laptop, zwei externe Festplatten und weitere Gegenstände seien für weitere Untersuchungen beschlagnahmt worden. Sergej M. sei jedoch bislang lediglich als Zeuge und nicht als Verdächtiger vernommen worden.
Eltern: Wir glauben fest daran, dass sie lebt
Während Kriminalisten die Wohnung des Russen durchsuchten, nahmen die Eltern der vierjährigen Madeleine nur wenige Meter entfernt in einer Kirche an einem weiteren Fürbittgottesdienst teil. Sie hatten zuvor erklärt, fest daran zu glauben, dass Madeleine am Leben sei. Sie wollen in Portugal bleiben, bis das Mädchen gefunden wird. Die Suche wird inzwischen durch einen internationalen Spendenfonds unterstützt.
Knapp zwei Wochen nach dem Verschwinden der kleinen Madeleine hat die portugiesische Polizei einen Verdächtigen identifiziert. Ob es sich bei ihm um den bereits verhörten Briten handelt, der nahe des Tatorts wohnte, war zunächst unklar.