16.05.2012 · Zum ersten Mal seit sieben Jahren ist die Zahl der Straftaten in Deutschland wieder leicht gestiegen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche nahm sogar um fast zehn Prozent zu. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote.
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Dass die Dunkelziffer "hoch" ist ...
... ist ein Allgemeinplatz. Aber was verleitet Sie zu der Aussage, dass die Dunkelziffer ansteige statt beispielsweise konstant zu bleiben oder gar zu sinken?
Im Artikel lesen wir:
"Die Zahl der Gewaltdelikte sank dagegen im Vergleich zum Vorjahr
um 2,1 Prozent auf etwa 197.000"
Die 197.000 sind falsch. Es liegt daran, dass in diese Summe die
einfachen Körperverletzungen gem. § 223 StGB nicht
einfließen. Tatsächlich werden in D jedes Jahr ca. 500.000
Menschen durch Körperverletzung geschädigt. Einschl.
Vergewaltigung, Brandstiftung, Raub, räuberische Erpressung und
Tötungsverbrechen haben wir in D alljährlich ca. 550.000 Gewaltdelikte.
Quelle: Statistisches Jahrbuch des statistischen Bundesamtes.
Herr Innenminister, noch mal speziell für Sie: 550.000.
In Worten: mehr als eine halbe Million.
Kriminalitätsrate wird unterschätzt
Die tatsächliche Kriminalitätsrate dürfte um einiges höher liegen, denn viele Bürger zeigen Straftaten schon gr nicht mehr an, weil die Polizei nichts unternimmt. Das kann an mangelnder Personalausstattung liegen oder daran, dass sie sich in gewisse Viertel nicht mehr hineintraut. Das kommt der Politik natürlich gelegen.
Zitat: "Die Taten gingen oft auf Kosten europaweit und grenzüberschreitend agierender professioneller Banden, sagte der Minister". Reisefreiheit gilt eben auch für Diebesbanden. Hauptsächlich aus Südost-Europa.
Und das ist auch ein Grund warum wir uns nicht von Fernsehkrimis inlullen lassen sollten
Die Polizei kommt ganz offensichtlich ihren Aufgaben nur sehr unvollkommen nach. Und warum? Ganz einfach: Überzähligen und unsinnige Verkehrskontrollen sind einfacher und bei vielen Bürgern auch öffentlichkeitswirksamer. Aber auch der "Schutz" von Politikern, politischen Veranstaltungen, auch Sportveranstaltungen bindet natürlich zu viele Polizeibeamte. Für den Schutz der Bürger bleibt da keine Kapazität. Um nicht falsch verstanden zu werden: Das soll keine Kritik an den Polizeibeamten sein sondern an deren politischer Führung. Weite Bereiche der Polizei führen ein uneffektives Eigenleben. Die Aufklärung und Verhütung von Wohnungseinbrüchen schiebt man gerne im Dienstplan weit weg, weil sie mühsam und aufwendig ist. Und damit sind nur schwer Schlagzeilen zu machen. Für Sportveranstaltungen und politische Veranstaltungen könnte man auch über natürlich zu bezahlende private Schutzdienste nachdenken. Dann würden Polizeikapazitäten frei, zum Schutz der Bürger.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.05.2012 12:54 Uhrdas mit
den verkehrskontrollen kann ich so unterschreiben.
wenn sich hier der verkehr staut ist mal wieder kontrolle.und wenn man
zwei drei mal dran vorbei muss wird man immer wieder kontroliert.
meist fällt dehnen nicht auf das man vor 10 minuten schonmal da war.
Analyse richtig, Vorschlag optimistisch
Ich stimme Ihnen zwar in der Analyse zu, warne aber vor Ihrem
Lösungsvorschlag.
Sie glauben doch nicht im Ernst, dass unsere derzeitige Politik die frei
werdenden Ressourcen sinnvoll zum Schutz der Bürger einsetzen
würde. Vielmehr würde in den Polizeirevieren weiter gespart
werden. Dort werden die unterbezahlten Beamten schon jetzt systematisch demotiviert.