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Statistik zum Strafvollzug Höchststand hinter Gittern

11.12.2006 ·  In Deutschland hat die Zahl der Gefangenen den Höchststand erreicht. Etwa fünf Prozent der Inhaftierten sind Frauen, etwa 40 Prozent der Gefangenen unter 30 Jahre alt. Im internationalen Vergleich ist die Häftlingsrate jedoch unterdurchschnittlich.

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Die Zahl der Strafgefangenen in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht: Zum 31. März 2006 verbüßten 64.512 Personen eine Freiheits- oder Jugendstrafe in einer deutschen Justizvollzugsanstalt oder befanden sich in sogenannter Sicherungsverwahrung, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte. Ende März 2005 waren es noch 979 Gefangene weniger (63 533) gewesen. Die Einsitzenden sind überwiegend Männer: Nur etwa fünf Prozent (3262) der Gefangenen waren Frauen.

Der Ausländeranteil lag bei etwa 21,7 Prozent - 50.486 Personen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit. Etwa 40 Prozent (knapp 25.888) der verurteilten Gefangenen waren unter 30 Jahre alt, elf Prozent (6974) waren älter als 50 Jahre. Obwohl die Statistiker seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg der Gefangenenzahlen verzeichnen, sind die Gefangenenraten in Deutschland im europäischen und internationalen Vergleich unterdurchschnittlich. Umgerechnet auf jeweils 100.000 Personen der strafmündigen Bevölkerung (älter als 14 Jahre), saßen zum 31. März etwa 90 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in Anstalten ein, 2005 waren es 89. Zehn Jahre zuvor waren es sogar nur 67 Frauen und Männer gewesen.

Island hat europaweit geringste Gefangenenrate

In den Vereinigten Staaten sind es zum Beispiel achtmal so viele (738); in Europa stehen Estland und Lettland an der Spitze, am Ende der Liste findet sich Island. Besonders in den neunziger Jahren war die Zahl der Strafgefangenen in Deutschland stark gestiegen: Nach der Wiedervereinigung hatte eine Amnestie zunächst dafür gesorgt, daß es in den neuen Bundesländern zunächst so gut wie keine Strafgefangenen mehr gab.

1995 betrug die Gefangenenrate im Osten der Republik 42, mittlerweile liegt sie allerdings sogar leicht über dem Bundesdurchschnitt (91). Die in den vergangenen sieben Jahren vergleichsweise leicht gestiegenen Gefangenenzahlen in Deutschland haben vermutlich mehrere Ursachen: Längere Strafen werden häufiger verhängt, Reststrafen seltener ausgesetzt, Ersatzfreiheitsstrafen vermehrt angetreten. Zudem wird der offene Vollzug, mit dem die Reintegration von Straftätern in die Gesellschaft gefördert werden soll, seltener praktiziert: Im März 2006 verbüßten etwa 10.600 Gefangene ihre Strafe im offenen Vollzug, das waren gut 21 Prozent weniger als im Jahr 1999.

Quelle: pps, F.A.Z., 12. Dezember 2006
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