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Eingeschläferter Hund Chico : Staatsanwalt ermittelt wegen Morddrohungen im Netz

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Staffordshire-Terrier-Mischling Chico in einem Gehege im Tierheim Hannover. (Archivbild) Bild: dpa

Nachdem er seine Besitzer tot gebissen hatte, wurde Mischling Chico eingeschläfert. Im Netz führt das zu wütenden Reaktionen von Tierschützern. Gegen einige davon ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

          Die Einschläferung des Hundes „Chico“, der seine Besitzer tot gebissen hat, hat Drohungen im Internet nach sich gezogen. Nun ermittelt deswegen die Staatsanwaltschaft in Hannover. In Wortmeldungen im Internet sei unter anderem die Todesstrafe für die Verantwortlichen gefordert worden, sagte deren Sprecher am Mittwoch in der niedersächsischen Hauptstadt.

          Derzeit werde geprüft, inwieweit die Botschaften an Mitarbeiter der Veterinärbehörde und der an der Entscheidung beteiligten Tierärzte eine juristisch relevante Aufforderung zu Straftaten darstelle. Der Hund hatte vor zweieinhalb Wochen seinen Besitzer und dessen Mutter in deren Wohnung tot gebissen. Nach eingehenden Untersuchungen ließen die Behörden ihn am Montag einschläfern.

          Tierschützer hatten auf einer Kampagnen-Plattform im Internet eine Petition gestartet, um die Behörden von einer Tötung des Hundes abzuhalten. Mehr als 290.000 Menschen unterzeichneten den virtuellen Aufruf unter dem Titel „Bitte lasst Chico leben. Gebt ihm eine Chance! Er hatte nie ein gutes Hundeleben“. Ebenfalls über das Internet wurde für Samstag zu einer „Mahnwache“ für den Hund vor dem städtischen Veterinäramt in Hannover aufgerufen.

          Die Stadtverwaltung hatte nach eigenen Angaben zwischenzeitlich auch in Erwägung gezogen, den Hund in einem speziellen Heim für verhaltensauffällige Hunde unterzubringen. Diese Option wurde nach weiteren Untersuchungen unter Einbeziehung von Experten der Tierärztlichen Hochschule sowie des Tierschutzvereins verworfen.

          Zur Begründung verwiesen die Behörden neben der „gesteigerten Aggressivität“ des Tieres auch auf Verletzungen am Kiefer, die aufwändige Behandlungen notwendig gemacht hätten. Diese hätten wegen des Risikos immer nur unter Vollnarkose erfolgen können.

          „Chico“ sei darüber hinaus nicht an andere Hunde gewöhnt und hätte isoliert von diesen sowie von Menschen gehalten werden müssen, hieß es weiter. Die Entscheidung zur Einschläferung des Hundes sei „unter Betrachtung der Gesamtsituation“ gefallen.

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