http://www.faz.net/-gum-8jmx6

Kirchheim/Teck : Sexuelle Übergriffe im Freibad

In den Baderegeln, hier in einem Münchener Hallenbad aufgehängt, wird auch auf das Verbot sexueller Belästigungen hingewiesen Bild: dpa

Im städtischen Freibad einer baden-württembergischen Kleinstadt haben Flüchtlinge Mädchen und Frauen sexuell belästigt. Die Stadt will jetzt einen privaten Sicherheitsdienst einsetzen.

          Im städtischen Freibad von Kirchheim/Teck in Baden-Württemberg (Kreis Esslingen) haben sich zahlreiche sexuelle Übergriffe von größtenteils arabischstämmigen Flüchtlingen auf Mädchen und junge Frauen ereignet. Die Stadt will in dem Schwimmbad jetzt einen privaten Sicherheitsdienst einsetzen. Nach Auskunft der Polizei sind fünf Mädchen im Alter zwischen elf und 14 Jahren von mindestens drei arabischstämmigen Männern sexuell belästigt worden. Die Vorfälle ereigneten sich schon am späten Mittwochnachmittag und wurden am Donnerstag von der Polizei bekannt gegeben.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Einer der Täter riss einer Zehnjährigen das Bikinioberteil vom Leib. Kurz darauf fasste ein 21 Jahre alter, irakischer Flüchtling einer Elfjährigen an den Po. Kurze Zeit später belästigte ein 25 bis 30 Jahre alter Mann im Strudelbecken ein 13 Jahre altes Mädchen: Er berührte ihren Po und zog ihr die Bikinihose vom Körper. Etwa gegen 17.30 Uhr ereignete sich dann noch ein weiterer sexueller Übergriff in dem Freibad, dieses Mal sogar im Nichtschwimmerbecken: Zwei etwa 25 Jahre alte, offenbar ebenfalls arabischstämmige Männer berührten zwei 14 Jahre alte Mädchen „unsittlich“ an Brüsten sowie im Schritt. Einer von beiden, heißt es im Polizeibericht, habe auch sein erigiertes Glied an den Mädchen gerieben.

          Die vier Anzeigen gingen erst nach einem Vorfall mit einem 17 Jahre alten Jugendlichen aus Mali ein, dieser hatte sich nicht an den Baderegeln gehalten und war mit dem Bademeister und den Polizeibeamten in Streit geraten. Eine Gruppe von 30 Badegästen solidarisierte sich mit dem Jugendlichen, sie bezeichneten die Polizisten als „Rassisten“ und „gewalttätige Schweine“; bei diesen Auseinandersetzungen griff dann ein 19 Jahre alter aus Iran stammender Mann den Bademeister am Hals an und brachte ihn zu Fall. Zwei Polizisten wurden dabei leicht verletzt.

          Die Mädchen waren aufgewühlt

          „Diese Dimension, dass ein Bademeister am Hals angegriffen wird, kannten wir bisher nicht. Während dieses Einsatzes kamen dann mehrere Badegäste und berichteten über die sexuellen Belästigungen der Mädchen“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen dieser Zeitung. Die sexuell belästigten Mädchen seien sehr aufgewühlt gewesen und hätten geweint. Bislang sei es in dem Schwimmbad nicht zu einer Häufung von sexuellen Übergriffen durch Flüchtlinge gekommen.

          Die Oberbürgermeisterin von Kirchheim/Teck, Angelika Matt-Heidecker (SPD), sagte, sie sei entsetzt, es müsse jetzt „hart durchgegriffen“ werden. Die Bademeister sollten schneller von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und zügiger Verweise aussprechen, zudem wolle man für heiße Tage, an denen das Schwimmbad stark frequentiert werde, private Sicherheitskräfte einsetzen. In dem Schwimmbad sind schon Verhaltensregeln für Flüchtlinge aufgehängt worden, wer als Flüchtling einen Stadtpass hat, bekommt freien Zutritt ins Schwimmbad. „Wenn Kinder begrapscht werden hört es auf“, sagte die Oberbürgermeisterin.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Trump und Bannon werfen sich in „Schlacht von Alabama“ Video-Seite öffnen

          Wahl um Senatssitz : Trump und Bannon werfen sich in „Schlacht von Alabama“

          Es ist eine Richtungsentscheidung: Im erzkonservativen Südstaat Alabama liefern sich der Demokrat Doug Jones und der Republikaner Roy Moore eine Schlammschlacht um einen frei werdenden Senatssitz. Präsident Trump unterstützt Moore, obwohl der frühere Richter minderjährige junge Frauen vor Jahrzehnten sexuell belästigt haben soll. Seine Anhänger ficht das nicht an.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Unionsfraktionsvorsitzender Volker Kauder und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Bundestag

          Regierungsbildung : Keine Zeit für Experimente

          Führende Unionspolitiker sind für die Fortsetzung der großen Koalition. Sie hoffen auf eine verlässliche Basis mit stabiler Mehrheit im Parlament. Ein Streitpunkt bleibt die von der SPD geforderte Bürgerversicherung .

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.