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Sex and Crime : Spurensuche an Hollywoods Tatorten

  • -Aktualisiert am

Villa am North Carolwood Drive. Michael Jackson zahlte monatlich 100.000 Dollar Miete für das Haus, in dem er an einer Überdosis diverser Medikamente sterben sollte. Bild: Picture-Alliance

Die Schwarze Dahlie, Marilyn Monroe, Natalie Wood und Michael Jackson: Hollywood liebt seine Toten. Vor allem wenn sie keines natürlichen Todes gestorben sind.

          Die höchste Prominenten-Dichte der Stadt? „Nein, nicht im Four Seasons Beverly Hills“, wehrt Brian Donnelly ab. Das Einkaufszentrum The Grove im Fairfax District von Los Angeles? Auch kein Treffer. „Die meisten Celebritys findet man da hinten“, sagt Donnelly und zeigt auf eine betonierte Tiefgarageneinfahrt zwischen zwei Hochhäusern des Wilshire Corridor, der wegen seiner betuchten Bewohner auch Millionaire's Mile genannt wird. Eine unscheinbare Marmorplatte neben der Garageneinfahrt weist den Weg auf den Friedhof Westwood Village Memorial Park.

          Brian Donnelly, der sich als Stadtführer des Unternehmens Dearly Departed („Die lieben Verstorbenen“) auf die dunklen Seiten der Glamour-Metropole Hollywood spezialisiert hat, zählt die Namen einiger Prominenter auf: Burt Lancaster, Farrah Fawcett, John Cassavetes, Billy Wilder, Jackie Collins, Truman Capote, Ray Bradbury, Natalie Wood und Frank Zappa. Auch Sylvester Stallones Sohn Sage, der vor fünf Jahren an einer Herzerkrankung starb, liegt hier. Ebenso das kanadische Playmate Dorothy Stratten, dessen Ermordung im Alter von nur 20 Jahren den Landsmann Bryan Adams zu dem Titel „The Best Was Yet To Come“ inspirierte. Und auch die liebste Verstorbene Hollywoods, Marilyn Monroe, hat im Westwood Village Memorial Park die letzte Ruhe gefunden.

          Schon von Weitem zu sehen: Grabstelle von Marilyn Monroe
          Schon von Weitem zu sehen: Grabstelle von Marilyn Monroe : Bild: Christiane Heil

          „Wir lieben dich so sehr“

          „Achtet auf die rötliche Verfärbung ihrer Marmorplatte“, gibt Donnelly seinen Gästen mit auf den Weg, als sie den Kleinbus mit den verdunkelten Scheiben verlassen. „In den vergangenen Jahrzehnten haben so viele Fans die Gruft geküsst, dass die Friedhofsverwaltung es aufgegeben hat, den Lippenstift von der Platte zu schrubben.“

          Die Grabstelle der Blondine ist auf dem parkähnlichen Friedhof schon von Weitem zu erkennen. Ein besonders treuer Fan hat neben der Messingplatte mit der schlichten Aufschrift „Marilyn Monroe 1926 – 1962“ einen Blumenstrauß in Signalfarben hinterlassen. „Wir lieben dich so sehr“, steht auf der Karte inmitten der Blüten. So nah wie Hugh Hefner wird der Verehrer dem Filmstar aber nie kommen. Wie Donnelly weiß, hat sich der als Lustgreis verschriene „Playboy“-Gründer schon vor 25 Jahren die Gruft an der Seite der Schauspielerin gesichert, die wider alle Verschwörungstheorien eher banal gestorben ist – an einer Überdosis Medikamente.

          Grabstein von Marilyn Monroes Nachbarin Natalie Wood auf dem Westwood-Village-Friedhof
          Grabstein von Marilyn Monroes Nachbarin Natalie Wood auf dem Westwood-Village-Friedhof : Bild: Christiane Heil

          Auch über Monroes Nachbarin Natalie Wood kochen immer wieder Gerüchte hoch. Seit die kalifornische Küstenwache die Leiche der Schauspielerin („Fieber im Blut“) vor 35 Jahren aus dem Pazifik zog, wird regelmäßig über einen aus dem Ruder gelaufenen Streit mit ihrem Ehemann, dem Schauspieler Robert Wagner („Hart aber herzlich“), an Bord ihrer Yacht Splendour spekuliert. An Woods Grabstein unter einem Pfefferbaum des Westwood Village Memorial Park versammeln sich fast täglich Fans, die um ihr Idol trauern, während sie dem inzwischen 87 Jahre alten Wagner das Los Angeles Police Department (LAPD) auf den Hals wünschen.

          Mindestens 400.000 Dollar für ein Grab

          Frank Zappa ruht etwa 30 Meter entfernt unter dem Rasen. „Seine Familie war so zerstritten, dass es für einen Grabstein nicht gereicht hat“, sagt Reiseführer Donnelly über die anonyme Ruhestätte des Musikers, irgendwo zwischen Sänger Roy Orbison („Oh, Pretty Woman“) und Schauspieler Lew Ayres. Auch die Urne der im Dezember verstorbenen Zsa Zsa Gabor wartet angeblich weiter auf ein angemessenes Grab. Statt die Diva bei ihrer Schwester („Our Darling“) Eva Gabor und Francesca Hilton, ihrer Tochter aus der zweiten Ehe mit dem Hotel-Gründer Conrad Hilton, in Westwood zu bestatten, soll Gabors neunter Ehemann, der deutschstämmige Adoptiv-Adelige Frédéric Prinz von Anhalt, ihre Asche zu Hause auf dem Kaminsims aufbewahren. Vielleicht möchte der Prinz sparen? „Ein Grab kostet mindestens 400.000 Dollar“, sagt Donnelly. „Das überlegen sich viele zweimal.“

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