http://www.faz.net/-gus-756q1

Newtown : Amoktäter sollte angeblich in eine Nervenklinik

  • -Aktualisiert am

Dass seine Mutter ihn in eine Psychiatrie stecken wollte, habe Täter Adam Lanza „sehr sehr wütend“ gemacht. Bild: dapd

Die Ermittlungen zum Amoklauf von Newtown laufen weiter in alle Richtungen. Ein Mann aus der Nachbarstadt will das Motiv von Adam Lanza gefunden haben: Dieser sollte in die Psychiatrie eingeliefert werden.

          Während die amerikanische Bundespolizei FBI noch versucht, die zerstörten Festplatten des Attentäters aus Newtown zusammenzusetzen, hat ein Mann aus der Nachbarstadt Monroe Hinweise auf Adam Lanzas mögliches Motiv für den Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule gegeben. Wie Joshua Flashman berichtete, plante Lanzas Mutter Nancy, den Zwanzigjährigen in eine psychiatrische Klinik einweisen zu lassen. Lanza, bei dem vor einigen Jahren eine milde Form des Autismus, das Asperger-Syndrom, diagnostiziert wurde, soll darüber „sehr, sehr wütend“ gewesen sein. „Adam wusste, dass seine Mutter bei Gericht den Antrag gestellt hatte, ihn zu entmündigen“, sagte Flashman dem Fernsehsender Fox. „Er wusste auch, dass sie ihn einweisen lassen wollte. Vielleicht war das der Auslöser.“

          Adam Lanza hatte am Freitag 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen. Die Polizei bestätigte am Dienstag, sie habe Ermittlungen zu der geplanten Klinikeinweisung des Attentäters aufgenommen. Bevor Lanza mit vier Waffen aus der Sammlung seiner 52 Jahre alten Mutter zur Sandy Hook Elementary School aufbrach, tötete er sie in ihrem Bett mit vier Kopfschüssen.

          Hochbegabt aber menschenscheu

          Flashman bestätigte zudem, dass Nancy Lanza ehrenamtlich in der Vorschulklasse der Schule tätig war. Auch soll sie mit der Direktorin Dawn Hochsprung und der Schulpsychologin Mary Sherlach befreundet gewesen sein. Beide Frauen gehörten zu den Opfern, die der Attentäter am Freitagvormittag innerhalb weniger Minuten mit einem Sturmgewehr tötete. „Adam Lanza hat wohl geglaubt, die Schule und die Kinder seien seiner Mutter wichtiger als er. Aber sie hat ihn liebgehabt“, sagte Flashman.

          Da Nancy Lanza aber angeblich unter Multipler Sklerose litt, fühlte sie sich mit der Betreuung des Sohnes zunehmend überfordert. Sie gab ihrem hochbegabten, aber menschenscheuen Sohn nach dem Verlassen der Newtown High School zu Hause Unterricht. Die Waffenliebhaberin nahm ihn auch jahrelang zu Schießübungen mit. Nach der Scheidung der Eltern vor drei Jahren und dem Auszug seines Bruders Ryan lebte der Attentäter mit seiner Mutter in einem Haus an der Yogananda Street. Die Jahre vor dem Amoklauf soll Adam Lanza meist allein in einem Kellerraum des großzügigen Anwesens verbracht haben.

          Am Dienstag kam es zu einer weiteren Amoktat: Wenige Stunden nach der Entlassung aus der Haft erschoss der 31 Jahre alte Daniel Sanchez in Longmont im Bundesstaat Colorado seine frühere Freundin Beatriz Cintora-Silva, ihre Schwester und deren Ehemann. Dann richtete Sanchez die Waffe gegen sich selbst.

          Weitere Themen

          Forscher entdecken goldene Totenmaske Video-Seite öffnen

          Sensationsfund : Forscher entdecken goldene Totenmaske

          Gefunden wurde eine Art Mumifizierungswerkstatt mit zum Teil 30 Meter tiefen Schachtgräbern. Der Fundort Sakkara liegt rund 20 Kilometer südlich von Kairo und ist als bedeutende Begräbnisstätte bekannt.

          Topmeldungen

          Wegen Google-Strafe : Donald Trump droht der EU

          Der amerikanische Präsident poltert nach der milliardenschweren Wettbewerbsstrafe gegen Google auf Twitter los. Dass die Strafe auf Regeln basiert, will er nicht anerkennen. Stattdessen kündigt Trump Konsequenzen an.

          Putin vs. Trump : Russland stößt amerikanische Staatsanleihen ab

          Das dürfte Donald Trump nicht gefallen: Russland wirft seit einiger Zeit seine amerikanischen Staatsanleihen auf den Markt. Damit will Putin vom Dollar unabhängiger werden – und Trump unter Druck setzen.

          Neue Phase der Verhandlungen : EU-Kommission legt Szenarien für Brexit vor

          Brüssel nahm zu Theresa Mays Brexit-„Weißbuch“ Stellung: Es soll „keine Schlupflöcher an den Außengrenzen“ geben. Mays neuer Minister für den EU-Austritt Dominic Raab hat zudem erstmals an den Gesprächen mit der EU teilgenommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.