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Veröffentlicht: 18.12.2012, 20:43 Uhr

Nach Amoklauf Obama unterstützt Gesetzespläne für Verbot von Sturmgewehren

Nach dem Massaker an einer Grundschule in Newtown wächst in Amerika die Unterstützung für schärfere Waffengesetze. Auch Präsident Obama tritt für ein Verbot von Sturmgewehren ein, sagte sein Sprecher.

© AFP, reuters Obama will sich für strengeres Waffenrecht einsetzen

Die Debatte über Konsequenzen aus dem Amoklauf in einer Grundschule in der amerikanischen Stadt Newtown nimmt offenbar Fahrt auf. Der amerikanische Präsident Barack Obama stehe hinter der von der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein angekündigten Initiative für ein Verbot von Sturmgewehren, teilte das Weiße Haus am Dienstag mit. In Newtown kehrten die meisten Schüler erstmals seit der Bluttat vom vergangenen Freitag wieder in ihre Schulen zurück.

Auch Präsident Barack Obama tritt für ein Verbot von Sturmgewehren ein. Obama würde Feinsteins Gesetzesinitiative unterstützen, sagte sein Sprecher Jay Carney am Dienstag vor Journalisten. Der Präsident befürworte auch Maßnahmen, mit denen Schlupflöcher bei Überprüfungen vor Käufen auf Waffenshows geschlossen würden. Carney bekräftigte zugleich, dass es nach Auffassung des Präsidenten mit strengeren Waffengesetzen allein nicht getan sei. Es gebe „verschiedene Wege“, die erkundet werden müssten. Dazu gehörten Verbesserungen bei der Fürsorge für Menschen mit geistigen Störungen.

© reuters, Reuters Hälfte der Amerikaner will schärfere Waffengesetze

Seit Jahren hat es in den Vereinigten Staaten praktisch keinen Vorstoß für schärfere Waffengesetze gegeben - sie hätten sich im Kongress auch kaum durchsetzen lassen. Nicht nur die meisten Republikaner waren dagegen, sondern auch viele Demokraten. Das lag auch zum Teil am Druck der NRA (National Rifle Organisation), der mächtigen Organisation der Waffenlobby, die vier Millionen Mitglieder hat.

Obama bezog mit seiner Unterstützung für den Gesetzentwurf erstmals konkret Stellung zur Verschärfung des Waffenrechts. Feinstein hatte angekündigt, bei der ersten Senatssitzung im neuen Jahr am 3. Januar ein strengeres Waffengesetz in den Senat einzubringen. Dem Entwurf zufolge sollen der Verkauf, der Transfer, die Herstellung sowie die Einfuhr von rund einhundert Sturmgewehr-Modellen verboten werden. Auch Magazine mit mehr als zehn Schüssen sollen für Privatpersonen künftig tabu sein.

Auch Republikaner wollen Gesetze „ernsthaft überprüfen“

Der zwanzig Jahre alte Amokläufer Adam Lanza hatte 20 Schüler der Sandy-Hook-Grundschule sowie sechs Erwachsene getötet. Zuvor erschoss er zuhause seine Mutter. Nach dem Blutbad nahm er sich das Leben. Innerhalb von drei Tagen unterschrieben bereits mehr als 180.000 Menschen eine Petition auf der Internetseite des Weißen Hauses für ein strengeres Waffenrecht. Damit wurde ein Rekord bei einem an die Regierung gerichteten Online-Begehren erreicht.

Der bisher als Befürworter von Waffen geltende demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, kündigte am Montag (Ortszeit) für diese Woche den Beginn einer Debatte zur Änderung von „Gesetzen und Kultur“ an. Der republikanische Senator Marco Rubio ließ über seinen Sprecher erklären, zwar bleibe er ein Befürworter des Rechts auf das Tragen von Waffen, dennoch müssten die Gesetze „ernsthaft überprüft“ werden, um „Massenschießereien“ in Zukunft zu verhindern.

Der amerikanische Finanzinvestor Cerberus kündigte an, seine Anteile am Hersteller der Tatwaffe zu verkaufen. Die 2006 erworbene Mehrheitsbeteiligung an der Rüstungsfirma Freedom Group, die Sturmgewehre der Marke Bushmaster herstellt, solle „sofort“ veräußert werde. Lanza hatte eine Waffe dieses Typs benutzt, als er das Massaker anrichtete. Die Entscheidung hänge mit dem Amoklauf zusammen, teilte Cerberus mit.

Die meisten Kinder und Jugendlichen in Newtown gingen am Dienstag wieder zur Schule. Polizisten sicherten die Schulgebäude. Die Sandy-Hook-Grundschule war weiter abgesperrt. Für die Überlebenden des Massakers sollte Ende der Woche in einem Ersatzgebäude in der Nähe von Newtown der Unterricht wieder beginnen. Am Dienstag standen die Beerdigungen von einem sechsjährigen Jungen und einem gleichaltrigen Mädchen an.

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Quelle: AFP

 

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