20.11.2007 · Nachdem finnische Ermittler deutsche Kollegen informiert hatten, dass möglicherweise ein Amoklauf an einem Gymnasium im nordrhein-westfälischen Kaarst bevorstehen könnte, sperrte die Polizei das Gymnasium. Die Durchsuchung des Gebäudes ist mittlerweile abgeschlossen.
Die Polizei hat nach der Durchsuchung des Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Kaarst, an dem angeblich ein Amoklauf geplant war, Entwarnung gegeben. „Die Durchsuchung ist abgeschlossen. Es gibt keine Hinweise oder irgendwelche Auffälligkeiten“, sagte der Sprecher der Neusser Polizei Hans-Willi Arold. In dem Gebäude sei alles „total normal“. Der am Dienstag ausgesetzte Unterricht könne seiner Einschätzung nach am Mittwoch wieder aufgenommen worden.
Für eine Bewertung, wie die Warnung einzuschätzen ist, sei es noch zu früh, sagte der Sprecher weiter. Derzeit laufe noch der Kontakt zur finnischen Polizei, die in einem Internet-Chatroom Pläne für den Amoklauf gefunden und daraufhin die deutschen Ermittler eingeschaltet hatte.
Vage Hinweise
Nach einem vagen Hinweis wurde das Gymnasium in Kaarst bei Düsseldorf am Dienstag vorsorglich geschlossen. Die finnischen Ermittler waren in einem Chatroom-Gespräch im Internet auf eine Unterhaltung zweier Personen gestoßen, die wiederum gehört haben wollen, dass ein Amoklauf am Kaarster Gymnasium geplant sein könne.
Im Einvernehmen mit der Schulleitung wurde der Unterricht abgesagt. Polizisten und Lehrer informierten diejenigen Schüler, die von der vorsorglichen Schließung noch nichts erfahren hätten. Gemeinsam mit den Lehren durchsuchte die Polizei das Schulgebäude.
Ein Jahr nach Emsdetten
Vor einem Jahr wurden bei dem Amoklauf von Emsdetten 37 Menschen verletzt. Der Täter nahm sich das Leben. Nach dem Amok-Alarm von Köln und dem Amoklauf von Finnland - dort hatte am 7. November ein Abiturient sechs Schüler und zwei Frauen an einem Schulzentrum in der Kleinstadt Tuusula ermordet - wundert sich Arnold nach eigenen Angaben über diese neuen Hinweise nicht.
„Man muss immer mit Trittbrettfahrern rechnen.“ Dabei seien 95 Prozent solcher Ankündigen heiße Luft, zeigte sich Arnold überzeugt. Wenn die Polizei die Verdächtigen anspreche, sagten diese über ihre Ankündigungen, dass dies gar nicht so gemeint gewesen sei.
Erst am Sonntag hatten die Pläne für einen Amoklauf in einer Kölner Schule für Aufsehen gesorgt. Einer der verdächtigen Schüler hatte sich nach einer Vernehmung durch die Polizei am Freitag das Leben genommen. Die Kölner Staatsanwaltschaft musste indes am Montag einräumen, dass er und sein Komplize ihre Attentatspläne bereits vor Wochen aufgegeben hatten. Experten warnten eindringlich vor Nachahmungstätern.