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Veröffentlicht: 20.11.2012, 14:38 Uhr

Schüsse auf Autotransporter „Ein Glück, dass es nicht mehr Opfer gibt“

Mehr als 500 Autotransporter und Lastwagen sind seit 2008 mit Waffen beschossen wurden. Das BKA fürchtet einen Anstieg der Attacken – und wendet sich an die Öffentlichkeit.

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© dpa Wenn die Schäden festgestellt werden, ist es oft schon zu spät: Die Tatorte können schwer rekonstruiert werden.

Seit vier Jahren werden auf deutschen Autobahnen zumeist Autotransporter von einem unbekannten Täter oder Tätern beschossen – seit Juni dieses Jahres mit Waffen des Kaliber 9mm. Da wegen dieses Kalibers mit hoher Durchschlagskraft die Gefahr viel größer geworden ist. hat sich das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag mit ersten Ermittlungsergebnissen an die Öffentlichkeit gewandt.

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Seit 2008 sind insgesamt 544 Autotransporter während der Fahrt beschossen worden, vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Bis Juni 2012 wurden Waffen mit Kaliber .22 verwendet. Die Projektile seien dabei meist in die auf den Transportern geladenen Fahrzeuge eingedrungen. Beschossen wurden aber auch andere Fahrzeuge: 175 Schüsse auf Koffersattelzüge, Lastwagen, Baumaschinen, Baufahrzeuge oder Wohnmobile wurden gemeldet. Auf der A3 bei Würzburg wurde einmal auch eine Autofahrerin getroffen, die Frau überlebte. Die Polizei vermutet jedoch, dass die Frau unbeabsichtigt getroffen wurde.

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Die Delikte dürften auf keinen Fall verharmlost werden, auch wenn offenbar nicht bewusst auf Personen gezielt werde. Denn jedes Mal gerieten Personen in Gefahr, nicht zuletzt durch Querschläger oder Unfälle, die durch die Schüsse verursacht werden könnten. „Bei insgesamt mittlerweile über 700 Beschüssen können wir von Glück reden, dass nicht mehr Personenschäden zu verzeichnen sind.“ Geschossen wird nach BKA-Angaben meist von der Fahrerseite in den Gegenverkehr hinein. Manchmal fielen die Schüsse auch während der Überholvorgänge des Täterfahrzeugs oder auch der beschossenen Fahrzeuge.

Lastwagenfahrer mögliche Täter

Schwierig sind die Ermittlungen nach Angaben des BKA vor allem, weil die Tatorte kaum einzugrenzen sind. „Die Tatorte sind in der Regel nicht die Feststellungsorte der Schäden. Häufig werden die Schäden erst deutlich später entdeckt.“ Die Tatrekonstruktionen ließen jedoch bestimmte Eingrenzungen der Tatorte zu: die A4 zwischen Aachen und Köln, die A3 zwischen Köln und Nürnberg, die A61 zwischen Autobahnkreuz Kerpen und Walldorfer Kreuz, die A6 zwischen Walldorfer Kreuz und Autobahnkreuz Nürnberg-Ost sowie die A5 zwischen Karlsruhe und Kirchheim. 14 Beschüsse wurden im angrenzenden Ausland festgestellt, auch aus Frankreich und Österreich sind Schäden durch Schüsse gemeldet worden, die vermutlich in Deutschland abgefeuert worden waren.

Geschossen wurde in den meisten Fällen mit derselben Waffe. Das BKA vermutet, dass es sich um einen oder mehrere „mobile“ Täter handelt, die – vermutlich beruflich – unterwegs sind. Es lägen Hinweise vor, dass es sich um Lastwagenfahrer handelt. In der „Besonderen Aufbauorganisation Transporter“ ermitteln Fachkräfte des BKA zusammen mit Polizeibeamten aus den Bundesländern. Bei ihren Ermittlungen sind sie wegen der dürftigen Spuren auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. So hat das BKA an Raststätten und Tankstellen Fahndungsplakate aufhängen lassen.

Quelle: F.A.Z.

 

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