http://www.faz.net/-gum-74beg
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Best Ager - Für Senioren und Angehörige

Veröffentlicht: 12.11.2012, 21:18 Uhr

Schießerei in Hilden Schwerverletzte aus Koma erwacht

Auch am dritten Tag nach der Bluttat von Hilden ist das Motiv des Täters unklar. Er hatte in Tötungsabsicht auf seine Kollegen geschossen und vier von ihnen verletzt. Die beiden lebensgefährlich Verletzten sind inzwischen aus dem Koma erwacht.

© dapd Tatort Hilden: Die Polizei steht mit ihren Ermittlungen noch ganz am Anfang

Drei Tage nach dem Blutbad in einer Fabrik in Hilden bei Düsseldorf sind die beiden durch Schüsse lebensgefährlich verletzten Mitarbeiter aus dem Koma erwacht. Ihr Gesundheitszustand sei weiterhin ernst, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Der Betrieb in der Fabrik laufe inzwischen wieder in vollem Umfang.

Unklar ist nach wie vor das Motiv des 38 Jahre alten Arbeiters, der am Freitagabend auf seine Kollegen geschossen hatte. Es gebe immer noch keine Hinweise auf einen Grund für das Verbrechen, sagte ein Polizeisprecher. Der Fabrikarbeiter hatte vier Kollegen verletzt, zwei davon leicht durch umherfliegende Glassplitter. Dann erschoss er sich selbst.

Der 38 Jahre alte Mann war nach einer Woche Urlaub mit zwei Pistolen zur Nachtschicht erschienen und hatte gezielt das Feuer auf seinen Vorgesetzten und die Kollegen seiner Abteilung eröffnet. Sein 54 Jahre alter Vorgesetzter und ein 42 Jahre alter Kollege erlitten lebensgefährliche Verletzungen und mussten notoperiert werden.

Er habe in der Absicht geschossen, seine Kollegen zu töten, sagte Staatsanwalt Matthias Ridder am Montag. Insgesamt feuerte er neun Schüsse ab. Die Waffen besaß er illegal - einen „Waffenschein“ hatte er nicht. Hinweise auf private, gesundheitliche oder berufliche Probleme des Arbeiters fanden sich nicht.

Die Bluttat ereignete sich zum Schichtwechsel in einem zum amerikanischen Unternehmen 3M gehörenden Werk. 3M hat am Standort in Hilden 900 Mitarbeiter und produziert dort Hygieneprodukte und Spezialfolien. Hilden ist das größte Werk von 3M in Deutschland, seinen Hauptstandort hat das Unternehmen in Neuss. Bundesweit beschäftigt die Firma etwa 5500 Menschen.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Österreich Schüsse auf Konzertgelände: Drei Tote und elf Verletzte

Ein Konzert auf dem Gelände eines Motorradclubs in Österreich endet mit drei Toten. Nach einem Streit holt ein Besucher eine Waffe und beginnt zu schießen. Mehr

22.05.2016, 08:02 Uhr | Gesellschaft
Istanbul Anschlag auf Angeklagten in türkischem Journalisten-Prozess

Ein Attentäter hat am Freitag vor dem Istanbuler Gerichtsgebäude kurz vor der Urteilsverkündung im Prozess gegen regierungskritische Journalisten auf den Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet, Can Dündar, geschossen. Zuvor rief der Angreifer offenbar Verräter. Dündar blieb unverletzt. Mehr

06.05.2016, 23:18 Uhr | Politik
Nach Mord an neun Menschen Amerikanische Regierung fordert Todesstrafe für Attentäter von Charleston

Vor rund einem Jahr hat er in einer Kirche neun schwarze Gläubige erschossen, jetzt wird der Prozess gegen Dylann Roof vorbereitet. Die amerikanische Regierung fordert seine Hinrichtung. Mehr

25.05.2016, 05:08 Uhr | Gesellschaft
Oklahoma Tornados fegen über Teile Amerikas

Im amerikanischen Bundesstaat Kansas wurden zwei Menschen lebensgefährlich verletzt. In Oklahoma beschädigte der Sturm mehrere Gebäude. Mehr

26.05.2016, 11:29 Uhr | Gesellschaft
Bluttat in Österreich Amokschütze kam aus Neonazi-Szene

Der Mann, der auf einem Konzert in Österreich zwei Menschen tötete, gehörte der Neonazi-Szene an. Obwohl der Verfassungsschutz ihn beobachtete, konnte er sich mindestens zwei Kalaschnikows besorgen. Mehr

23.05.2016, 22:30 Uhr | Aktuell

Nach 50 Jahren vor der Kamera Jodie Foster konzentriert sich auf die Regie

Jodie Foster will weniger schauspielern, Vanessa Paradis glaubt nicht, dass Johnny Depp gewalttätig ist, und Wayne Carpendale ist ein begeisterter Radfahrer – der Smalltalk. Mehr 0

Frankfurter Allgemeine Stil auf Facebook
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden