14.11.2006 · Der Zoll im Hamburger Hafen vermeldet einen Rekord: Die Fahnder fanden gefälschte Markenartikel im Nennwert von 383 Millionen Euro, darunter Sportschuhe, Markenuhren und Textilien. Was aus den Plagiaten wird, steht auch schon fest.
Dem Hamburger Zoll ist der nach eigenen Angaben größte Schlag gegen die globale Markenpiraterie gelungen. Im Hamburger Hafen beschlagnahmten die Zollbeamten in den vergangenen zwei Monaten insgesamt 117 Container mit Plagiaten von Markenherstellern, deren Wert im Original 383 Millionen Euro betragen hätte. Beim Öffnen der Container fanden die Ermittler vor allem nachgemachte Sportschuhe, daneben gefälschte Uhren, Spielzeug und Textilien. 101 Container enthielten 945.384 Paar gefälschte Sportschuhe der Marke Nike, acht Container 71.864 Plagiate der Marke Adidas und zwei Container 33.036 Plagiate der Marke Puma. Außerdem enthielten die 117 Container 34 216 Sportschuh-Kopien anderer Markenhersteller. Im Original wären diese Fälschungen insgesamt 136 Millionen Euro wert gewesen. In zwei anderen Containern fanden die Ermittler 76 760 gefälschte Uhren im Originalwert von 232 Millionen Euro und 8460 Spielzeugwaffen, die sich im Handel auf 466.620 Euro summiert hätten. Außerdem konfiszierten die Zollbeamten 123.600 Textilien im Wert von rund 13 Millionen Euro.
Die Schiffe mit dem beschlagnahmten Exportgut kamen von unterschiedlichen Reedereien, jedoch ausnahmslos aus dem asiatischen Raum. „Ihre Abgangshäfen lagen ausschließlich in China, was aber nicht darauf hindeuten muß, daß die gefälschten Waren in China produziert wurden“, sagte der Pressesprecher des Zollfahndungsamts Hamburg, Axel Hirth, am Dienstag. Möglicherweise kämen die Produkte aus dem gesamten ostasiatischen Raum.
Ziel nicht identifizierbar
Auch das Ziel der Waren sei zumeist nicht eindeutig identifizierbar. „Die auf den Exportpapieren angegebenen Zieladressen in Österreich, Ungarn und Italien haben sich teilweise als nicht existent herausgestellt“, sagte die Pressesprecherin des Hamburger Zollamtes, Sarah Gauweiler. Manche Zieladressen gäbe es zwar tatsächlich. Da es sich um Durchfuhrwaren handele, seien diese jedoch nicht unbedingt mit dem Endempfänger identisch. Angesichts der Menge der beschlagnahmten Produkte sei anzunehmen, daß die Plagiate in ganz Europa verteilt worden wären. Es sei jedenfalls nicht geplant gewesen, die Ware in Deutschland zu belassen, so Gauweiler.
Nach Angabe von Hirth wird derzeit geprüft, ob es in Deutschland Tatbeteiligte an dem Warenschmuggel gab. Das bisherige Ergebnis dieser Untersuchung sei jedoch negativ. Auch in Ungarn liefen bereits Ermittlungen. Angesichts komplizierter Transportwege sei es jedoch schwierig, Absender und Empfänger zu identifizieren. Man vermute gut organisierte Strukturen hinter dem Schmuggel, so Hirth.
Der am Dienstag gemeldete Fahndungserfolg ist das vorläufige Ergebnis intensivierter Fahndungsanstrengungen, die nach einem ersten spektakulären Fund vor zwei Monaten begonnen hatten. Am 1. September hatten die Beamten der Ermittlungsgruppe Hafen bei einer Routinekontrolle 19 Container mit 160 000 Paar gefälschten Nike-Turnschuhen beschlagnahmt und daraufhin die Anzahl der Überprüfungen erhöht. Im Laufe jahrelanger Erfahrung hat die Ermittlungsgruppe ein Fahndungsraster gebildet. Es kategorisiert das Importgut nach Herkunft, Verbleib und Art der Beförderung und erstellt Profile, die für die Auswahlkontrollen herangezogen werden. Vor allem Container aus dem asiatischen Raum und mit Turnschuhen oder Zigaretten auf den Transportpapieren wurden zuletzt verstärkt kontrolliert.
Die gefälschten Produkte werden derzeit in einer Schredderanlage vernichtet und dann zur Müllverbrennungsanlage transportiert. Nur ein Teil der geschredderten Turnschuhe soll zu Bodenplatten für Sportplätze verarbeitet werden.
@ Vernichtet?
Marc Rieger (rieger74)
- 14.11.2006, 18:49 Uhr
nict vernichten hilft auch nicht@Joachim Gilbert (gibbon)
Peter Turowski (comitum)
- 14.11.2006, 19:10 Uhr
Schwachsinnig
Johann Schnitzer (unsinn1)
- 14.11.2006, 19:51 Uhr
unglaublich
Patrick Bross (phil.anselmo)
- 15.11.2006, 08:36 Uhr