http://www.faz.net/-gum-932em

Wolfgang P. aus Georgensgmünd : Lebenslange Haft wegen Polizistenmordes für Reichsbürger

  • Aktualisiert am

Der sogenannte Reichsbürger von Georgensgmünd beim Prozessbeginn am Landgericht in Nürnberg Bild: dpa

Bei einem Routineeinsatz der Polizei hatte er plötzlich das Feuer eröffnet: Jetzt wurde der „Reichsbürger von Georgensgmünd“ wegen Mordes verurteilt. Die Verteidiger hatten auf fahrlässige Tötung plädiert.

          Wegen tödlicher Schüsse auf einen Polizisten ist ein sogenannter Reichsbürger zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth wertete am Montag die Tat des 50-Jährigen im mittelfränkischen Georgensgmünd als Mord und zweifachen versuchten Mord. Die Verteidiger hatten auf fahrlässige Tötung plädiert, was eine deutlich mildere Strafe bedeutet hätte.

          Wolfgang P. hatte bei einem Polizeieinsatz Mitte Oktober 2016 auf Beamte eines Spezialeinsatzkommandos geschossen. Dabei starb ein Polizist, zwei weitere wurden verletzt. Die Spezialeinheit sollte helfen, die rund 30 Waffen im Haus von P. zu beschlagnahmen. Denn bei den Behörden galt der Jäger als nicht mehr zuverlässig.

          Der Angeklagte betrat den Gerichtssaal am Montag mit einem Lächeln. Das Urteil nahm er regungslos zur Kenntnis.

          Der Fall hat ein Schlaglicht auf die Bewegung der „Reichsbürger“ geworfen, die noch vor rund einem Jahr meist nur Insidern der Sicherheitsbehörden ein Begriff waren. Anhänger dieser Bewegung lehnen die Bundesrepublik, deren Organe und Behörden ab und akzeptieren keine amtlichen Bescheide. P. selbst hatte Anfang 2016 im Einwohnermeldeamt seinen Personalausweis abgegeben.

          Staatsanwalt Matthias Held hatte dem 50-Jährigen in seinem Plädoyer vorgeworfen, einen Angriff auf Polizisten von langer Hand geplant zu haben. Aus dem Hinterhalt habe er an jenem Morgen elfmal auf die Beamten geschossen - mit dem Ziel, möglichst viele von ihnen zu verletzen und zu töten. Dem widersprach Anwältin Susanne Koller und kritisierte den Einsatz als „dilettantisch“ und unnötig.

          Weitere Themen

          Polizist bei Messerattacke verletzt

          Angriff in Brüssel : Polizist bei Messerattacke verletzt

          Mit einem Messer attackiert ein Mann in Brüssel einen Polizisten und verletzt diesen am Hals. Es war nicht das erste schwere Verbrechen des Angreifers. Auch ein terroristischer Hintergrund ist möglich.

          Das Zuhause ist für Frauen gefährlich

          Wenige suchen Hilfe : Das Zuhause ist für Frauen gefährlich

          Alle zwei bis drei Tage wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner getötet. Die Dunkelziffer bei Gewalttaten dürfte sehr hoch sein. Der Bund will reagieren. Nun sollen mehr Frauenhäuser entstehen.

          Topmeldungen

          Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn (v.l.n.r.), hier auf einer Veranstaltung in Idar-Oberstein, wollen Angela Merkel an der Parteispitze beerben.

          Zweite CDU-Regionalkonferenz : „Eine unbezahlbare Marketingshow“

          „Wir brauchen euch drei gemeinsam“, meint Julia Klöckner bei der zweiten Regionalkonferenz im Kampf um den CDU-Vorsitz. Doch die Kandidaten versuchen, sich von den Konkurrenten abzusetzen – zum Beispiel beim Migrationspakt. Mit Erfolg?

          Saudi-Arabien : Ein Kronprinz in der Defensive

          Meist geht die Welt nach der Tötung eines Regimekritikers schnell zur Tagesordnung über. Im Fall Khashoggi ist das anders – und das liegt vor allem an Muhammad Bin Salman. Ein Kommentar.
          Die operativen Geschäfte werden künftig von Thierry Bolloré gesteuert.

          Renault : Ghnosn darf nach Finanzaffäre bleiben – vorerst

          Die Nummer Zwei rückt auf: Thierry Bolloré soll künftig die operativen Geschäfte von Renault führen. Der im Zuge einer Finanzaffäre verhaftete Carlos Ghosn bleibt aber vorerst ebenfalls Unternehmenschef.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.