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Recherchen im Drogenmilieu : Enthüllungsjournalist in Mexiko ermordet

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Valdez Cárdenas wurde in der Nähe seiner Redaktion erschossen. Er ist der fünfte ermordete Journalist in Mexiko innerhalb von zwei Monaten. Nur noch zwei Länder der Welt sind für Journalisten gefährlicher.

          In Mexiko ist der Investigativreporter Javier Valdez Cárdenas, der mit Recherchen über die organisierte Kriminalität landesweit Bekanntheit erlangte, ermordet worden. Der 50-Jährige sei am Montag (Ortszeit) in der Nähe der Redaktion der Zeitung „Rio Doce“ in der Hauptstadt des Bundesstaates Sinaloa, Culiacan, erschossen worden, teilten die Behörden laut der Tageszeitung „La Jornada“ mit. Valdez Cárdenas ist der fünfte ermordete Journalist in Mexiko innerhalb von zwei Monaten. Mexiko ist laut „Reporter ohne Grenzen“ nach Irak und Afghanistan das weltweit drittgefährlichste Land für Journalisten.

          Valdez Cárdenas war auf Recherchen über Gewalt und Drogenkriminalität spezialisiert. Er ist Gründer der angesehenen Zeitung „Rio Doce“ in Sinaloa und schrieb seit mehr als 14 Jahren für die überregionale Tageszeitung „La Jornada“. Er war auch als Autor zahlreicher Bücher bekannt. Zuletzt erschien sein Buch „Narcoperiodism“, in dem er die gefährliche Arbeit von Journalisten beschreibt, und wie die Medien durch die Drogenkriminalität infiltriert sind.

          In Sinaloa starben 2017 bei Revierkämpfen rund 140 Menschen

          Sinaloa ist der Heimatstaat des inzwischen an die Vereinigten Staaten ausgelieferten einst mächtigsten Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán. Nach seiner Festnahme toben im Sinaloa-Kartell blutige Machtkämpfe. Allein im Bundesstaat Sinaloa kamen seit Jahresbeginn bei Revierkämpfen mehr als 140 Menschen ums Leben.

          Polizisten sichern in Culiacan die Straße, auf der Valdez erschossen wurde.
          Polizisten sichern in Culiacan die Straße, auf der Valdez erschossen wurde. : Bild: AFP

          Die Situation für Journalisten wird in Mexiko immer gefährlicher: Seit dem Jahr 2000 wurden mindestens 107 Journalisten umgebracht. Mehr als 20 Medienvertreter gelten als verschwunden. 99,75 Prozent der Journalistenmorde werden nicht aufgeklärt, wie Menschenrechtsorganisation „Artículo 19“ bekanntgab. Mehr als 800 Drohungen gegen Journalisten hat die Organisation in den vergangenen zehn Jahren gezählt. Erst am Wochenende wurde eine Gruppe in- und ausländischer Journalisten in der Unruheregion im Bundesstaat Guerrero von rund hundert vermummten und bewaffneten Männer angegriffen und ausgeplündert, die der Drogenmafia zugerechnet werden.

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